Ein Elektroauto wird an einer Ladesäule aufgeladen | picture alliance / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

E-Autos Ausbau der Ladestationen kommt voran

Stand: 09.07.2021 18:14 Uhr

Der Ausbau der Ladestationen für E-Autos kommt in der Fläche an: Das Netz verdichte sich auch in kleineren Städten "spürbar", so der Verband BDEW. Auch die EU will ein dichtes Netz entlang der Schnellstraßen vorschreiben.

Mit der Zahl der Elektroautos wächst die Zahl der Ladestationen in Deutschland. Der Branchenverband BDEW lobte, dass sich das Ladenetz nicht nur in den großen Städten, sondern auch in kleineren Städten und in Landgemeinden "spürbar" verdichtet. Im Ladesäulenregister des BDEW führt bei den Metropolen Berlin, bei den Großstädten Wolfsburg, bei den Mittelstädten Zwickau und bei den Kleinstädten und Landgemeinden Schwieberdingen in Baden-Württemberg.

Die meisten öffentlichen Ladepunkte hat Berlin, hier sind es 1799 laut Ladesäulenregister des Bundesverbands Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Das ist ein Zuwachs um 71 Prozent binnen eines Jahres. Auf Platz zwei und drei der Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern folgen München mit 1327 Ladepunkten und Hamburg mit 1214 Punkten. 

Im Ranking der Großstädte mit bis zu 500.000 Einwohnern steht die VW-Stadt Wolfsburg an erster Stelle mit 493 Ladepunkten, gefolgt von Regensburg und Karlsruhe. Bei den Mittelstädten bis 100.000 Einwohnern führt Zwickau in Sachsen mit 112 Ladepunkten, bei den Kleinstädten und Landgemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern liegt Schwieberdingen im Landkreis Ludwigsburg vorn: Dort gibt es 70 öffentliche Ladepunkte.

48,24 Ladepunkte je 100.000 Einwohner

Bei der Betrachtung der Ladepunkte pro 100.000 Einwohner liegt München mit 89 Ladepunkten an der Spitze der Metropolen, gefolgt von Stuttgart und Essen. Die Nummer eins der Großstädte ist - mit Abstand - Wolfsburg mit 396 Ladepunkten, gefolgt von Regensburg und Heilbronn. Deutschlandweit gibt es 48,24 Ladepunkte je 100.000 Einwohner.

"Es ist gut, dass dank CO2-Flottengrenzen und Kaufprämien nun endlich die Zahl neu zugelassener E-Autos auf den Straßen steigt", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur sei dabei "klar" eine Investition in die Zukunft: "Der Betrieb von Ladesäulen ist bis heute kaum wirtschaftlich."

Pläne der EU-Kommission

Einem Bericht zufolge will auch die Europäische Kommission im Rahmen ihres Klimapakets "Fit for 55" die Staaten zu einem starken Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur verpflichten. Bis Ende 2025 soll entlang der wichtigsten europäischen Schnellstraßen alle 60 Kilometer eine leistungsstarke Ladestation stehen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Kommissionskreise.

Fünf Jahre später solle dies für das erweiterte Schnellstraßennetz gelten - in Deutschland also für Autobahnen und wichtige Bundesstraßen. Die Mitgliedstaaten sollen dem Bericht zufolge zudem sicherstellen, dass es alle 150 Kilometer eine Wasserstofftankstelle für Lkw gibt. Mit dem Paket "Fit for 55" aus rund einem Dutzend Vorschlägen will die Kommission sicherstellen, dass die EU ihren CO2-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent verglichen mit 1990 senkt.

Höhere Prämie wird verlängert

Gestern war bekannt geworden, dass die deutlich höhere Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland bald bis Ende 2025 verlängert werden soll. Geplant sei dies für Juli, spätestens August, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die Verlängerung der sogenannten Innovationsprämie, die bisher bis Ende 2021 befristet ist, war bei einem "Autogipfel" Ende November beschlossen worden. Die Verdopplung des Bundesanteils bei der Kaufprämie habe einen deutlichen Schub bei der Elektromobilität gebracht, erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

Um mehr E-Autos auf die Straßen zu bringen, war vor einem Jahr die bestehende Kaufprämie (Umweltbonus) über eine "Innovationsprämie" erhöht worden - seitdem steigen die Neuzulassungen von E-Autos deutlich. Der Bund hatte seinen Anteil am Bonus verdoppelt. Auch die Hersteller beteiligen sich an der Prämie.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juli 2021 um 18:00 Uhr.