Eine Ladestation für E-Autos | Bildquelle: dpa

Zuschuss für Elektroantriebe Viele Anträge noch nicht genehmigt

Stand: 14.08.2020 15:42 Uhr

27 Prozent der Anträge auf die Kaufprämie für Autos mit Elektroantrieb sind laut Bundesregierung bisher noch nicht genehmigt worden. Die Quote variiert je nach Bundesland.

Mehr als jeder vierte Antrag auf die Kaufprämie für Autos mit Elektro-Antrieb ist bislang nicht genehmigt worden. Die Bewilligungsquote lag bei den 234.805 bis Ende Juli gestellten Anträgen bei 73 Prozent, wie die Bundesregierung auf Anfrage der FDP im Bundestag mitteilte.

Das Bundesland mit der niedrigsten Quote war demnach das Saarland mit 70 Prozent, am höchsten lag sie in Berlin und Nordrhein-Westfalen mit 76 Prozent. Gründe wurden nicht genannt.

Förderanträge auf Rekordhoch

Der "Umweltbonus" soll seit 2016 den Verkauf von E-Autos und Plugin-Hybriden in Deutschland ankurbeln. Seit die Bundesregierung ihn im Zuge des Corona-Konjunkturpakets kräftig erhöht hat, ist die Zahl der Förderanträge auf ein Rekordhoch geklettert.

Laut Bundeswirtschaftsministerium war im Juli 19.993 Mal die sogenannte Innovationsprämie - so heißt der aktuell erhöhte Umweltbonus - beantragt worden. Seit Jahresbeginn seien 69.606 Anträge gestellt worden, 78,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei den bisher nicht bewilligten Fällen handele es sich häufig um Anträge, die aktuell noch bearbeitet würden, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums "Nicht bewilligte Anträge sind nicht automatisch abgelehnte Anträge."

Staatliche Förderung verdoppelt

Bisher hatten Staat und Autobauer die Prämie zu gleichen Teilen übernommen, nun hat der Staat seinen Anteil verdoppelt, um die angeschlagene Autobranche zu fördern. Die erhöhte Prämie gilt bis Ende 2021. Reine E-Autos werden mit bis zu 9000 Euro gefördert.

"Die Absagen bei Förderanträgen für E-Autos sind besonders hoch", sagte der FDP-Verkehrspolitiker Bernd Reuther der Deutschen Presse-Agentur. "Daher muss die Bundesregierung hier den Ursachen genau auf den Grund gehen. In der Folge darf sie sich nicht scheuen, auch strukturelle Probleme anzusprechen und nachzusteuern."

Kritik an Förderung von Plugin-Hybriden

Umweltschützer kritisieren, dass auch Plugin-Hybride - mit bis zu 6750 Euro - gefördert werden, obwohl bei diesen der Elektroantrieb nicht genutzt werden muss. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf die aktuelle FDP-Anfrage hervorgeht, wurden seit dem Start des Umweltbonus 85.782 Förderanträge für Plug-in-Hybride gestellt, damit hatten sie einen Anteil von rund 36,5 Prozent.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes hieß es, dass 27 Prozent der Anträge auf die Kaufprämie für Autos mit Elektroantrieb abgelehnt wurden. Richtig ist, dass sie bislang noch nicht genehmigt wurden. Wir haben die Stelle korrigiert.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. August 2020 um 12:15 Uhr in den Nachrichten.

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