Druckstraße mit Tageszeitungen im DuMont-Verlag in Köln | Bildquelle: dpa

Kölner Medienhaus DuMont will Regionalzeitungen verkaufen

Stand: 26.02.2019 18:07 Uhr

Die Kölner Mediengruppe DuMont will seine Regionalzeitungen verkaufen. Eine entsprechende Meldung des Branchenmagazins "Horizont" wurde aus Verlegerkreisen bestätigt.

Von Johannes Zuber und Nina Magoley, WDR

Das Kölner Medienhaus DuMont hat offenbar ein Münchner Unternehmen damit beauftragt, einen oder mehrere Käufer für seine Regionalzeitungen zu finden. Der Verlag wollte die Meldung bisher zwar nicht bestätigen - aber auch nicht dementieren.

Aus Branchenkreisen wurde diese Nachricht dem WDR bestätigt. Der Entschluss der Verlagsleitung, sich nach einem Käufer umzusehen, sei bereits bekannt gewesen. Zu DuMont gehören unter anderem der "Kölner Stadtanzeiger" und der "Express" sowie die "Berliner Zeitung" und die "Hamburger Morgenpost".

Eines von drei Geschäftsfeldern

Mit einem Verkauf der Zeitungen würde Dumont eines seiner drei Geschäftsfelder abstoßen. Übrig blieben der Bereich Business Information, zu dem auch der Bundesanzeiger gehört, und das Online-Marketing.

In einer Antwort auf eine Anfrage des WDR schrieb das Unternehmen: Eine Überprüfung der Strategie finde üblicherweise regelmäßig statt, so auch bei DuMont. "Aktuell gibt es weder konkrete Ergebnisse noch Entscheidungen dazu."

DuMont-Haus in Köln | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
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Die Kölner Mediengruppe DuMont will ihre Regionalzeitungen verkaufen.

Probleme vor allem bei Boulevardmedien

Die Auflagen der Zeitungen sinken seit Jahren. Vor allem Boulevardmedien wie der "Express" und die "Hamburger Morgenpost" haben wirtschaftliche Schwierigkeiten. Andere Zeitungen wie die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle und der "Kölner Stadtanzeiger" machen noch Gewinn.

Für einige Mitarbeiter in Köln kommt der Schritt nicht überraschend: Für das Unternehmen habe das Zeitungsgeschäft spätestens seit dem Tod von Verleger Alfred Neven DuMont vor knapp vier Jahren eine immer kleinere Rolle gespielt, heißt es. Der Deutsche Journalistenverband forderte den Verlag auf, den geplanten Verkauf zu stoppen und sprach von einem "verlegerischen Offenbarungseid".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Februar 2019 um 12:00 Uhr.

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