Nikkei-Index auf Monitoren

Abwärtsstrudel an den Börsen Dow Jones reißt Nikkei in den Abgrund

Stand: 10.10.2008 04:40 Uhr

Der heftige Kurseinbruch an der Wall Street reißt auch die Börsen in Fernost in den Abwärtsstrudel. Die Börse in Tokio eröffnete mit starken Verlusten: Der Leitindex Nikkei verlor in der ersten Handelsstunde vorübergehend mehr als elf Prozent oder 1042,08 Punkte und notierte bei 8115,41 Zählern.

Die japanische Finanzaufsicht teilte überdies mit, die Versicherung Yamato Life Insurance sei pleite. Sie ist die erste japanische Versicherung, die Opfer der Finanzkrise wurde.

Auch an anderen Handelsplätzen brachen die Kurse ein: In Sydney verloren die Aktien mehr als sieben Prozent im frühen Handel, auch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul verzeichnete die Börse ein frühes Minus von 7,5 Prozent, in Singapur fielen die Kurse am Morgen ebenfalls um mehr als sieben Prozent.

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Talfahrt an der Wall Street: Unfassbar und ...

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... niederschmetternd für die Börsianer.

Dow Jones unter 9000-Punkte-Marke

Trotz massiver staatlicher Rettungsversuche hatten die amerikanischen Aktienmärkte ihre Talfahrt am siebten Tag in Folge nochmals beschleunigt. Der weltweit bekannteste Leitindex Dow Jones stürzte nach Panikverkäufen weit unter die Marke von 9000 Punkten - erstmals seit fünf Jahren. Zum Handelsschluss lag er um exakt 7,33 Prozent tiefer als am Vortag bei 8579,19 Punkten.

Kurz nach der Eröffnung der Wall Street war der Dow Jones noch nach oben geschnellt. Dann aber waren die Kurse ins Minus gedreht und hatten ihren Absturz in der letzten Handelsstunde rasant beschleunigt. Auch Der S&P-500-Index stürzte um 7,62 Prozent auf 909,92 Punkte. Der NASDAQ-Index verlor 5,47 Prozent auf 1645,12 Punkte.

Drama um Opel-Mutter

Grund für den steilen Absturz war die Erklärung einer Kredit-Rating-Agentur, sie erwäge eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit von General Motors (GM). Der Aktienkurs des mit Milliardenverlusten kämpfenden US-Autoherstellers brach daraufhin um 31 Prozent auf nur noch 4,76 Dollar ein.

Der Hauptgeschäftssitz von General Motors in Detroit.
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Konzern in der Krise: die GM-Zentrale von Detroit im US-Bundesstaat Michigan

Damit lag die bereits taumelnde Aktie des Opel-Mutterkonzerns so tief wie seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht. Auch in Europa sinkt der GM-Absatz jetzt.

GM musste wie der ebenfalls notleidende Konkurrent Ford bereits mehrfach Insolvenzgerüchte dementieren. Eine weitere Herabstufung durch Ratingagenturen würde den Konzern in noch größere finanzielle Schwierigkeiten bringen. Börsianer werteten die lebensbedrohlichen Probleme beim größten US-Autobauer auch als Zeichen für ein weiteres Übergreifen der Finanzmarktkrise auf die gesamte Wirtschaft.

Bush will Landsleute beruhigen

Angesichts des Absturzes an der Wall Street will sich US-Präsident George W. Bush erneut mit einer Rede an die amerikanische Bevölkerung wenden und die Sorgen der Bürger zu beruhigen versuchen. Es sei aber nicht zu erwarten, dass Bush neue politische Entscheidungen bekanntgeben werde, sagte eine Sprecherin.

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