Wall Street

US-Börsen auf Talfahrt Konjunkturangst an der Wall Street

Stand: 14.08.2019 23:17 Uhr

Die Furcht vor einer weltweiten Rezession hat die US-Börsen im Griff. An der Wall Street verbuchten alle drei Indizes Verluste von etwa drei Prozent. Zollstreit, Brexit sowie neuerdings die Unruhen in Hongkong bereiten den Anlegern Sorge.

Die Anleger an den US-Börsen haben nach einem Erholungstag schon wieder panisch die Reißleine gezogen. Kurze Hoffnung im Handelskrieg mit China wich umgehend wieder der Konjunkturangst. Der Leitindex Dow-Jones-Index fiel um 3,05 Prozent auf 25 479,42 Punkte.

Neue Konjunkturängste kamen vor allem wegen der Situation am Anleihemarkt und frischer Wirtschaftsdaten aus China auf. Bei US-Renten gab es erstmals seit 2007 wieder vorübergehend eine sogenannte inverse Zinskurve zu beobachten. Das heißt, dass langfristige Anleihen niedriger verzinst wurden als kurzfristige. In der Regel ist es umgekehrt. Am Markt wurde dies als starkes Rezessionssignal aufgefasst.

Mixtur aus schlechten Nachrichten

Laut Analyst Bernd Krampen von der NordLB geschah damit etwas historisch Bemerkenswertes. "In der Vergangenheit war dies oftmals ein Vorbote für eine baldige Rezession", so der Experte. Er führte dies auf eine Mixtur aus schlechten Nachrichten zurück, darunter die Sorgen um den Zollstreit und den Brexit sowie neuerdings die Unruhen in Hongkong.

Auch für die übrigen bedeutenden US-Indizes ging es vor diesen Hintergründen rasant nach unten. Der marktbreit aufgestellte S&P 500 fiel um 2,93 Prozent auf 2840,60 Punkte und der technologieorientierte Nasdaq 100-Index verlor 3,08 Prozent auf 7490,13 Zähler.

Die Erholung vom Vortag ist damit an den US-Börsen wieder Geschichte.

Bereits angekündigter Strafzölle verschoben

Angesichts drohender Preissteigerungen vor dem Weihnachtsgeschäft hatte die US-Regierung zwar am Dienstag die Einführung bereits angekündigter Strafzölle verschoben, doch viele Börsianer blieben auch hier nach den Erfahrungen der vergangenen Monate skeptisch. In der Nachlese machte sich nun auch eher die Auffassung breit, dass eine Lösung des Handelskonflikts mit solchen Maßnahmen nicht näher rückt.

Bei den Einzeltiteln gab es zur Wochenmitte recht wenig Kursbewegendes. Ölwerte litten mit deutlichen Abschlägen darunter, dass die Ölpreise am Mittwoch ihren Vortagsanstieg wieder revidierten. ExxonMobil waren im Dow mit einem Abschlag von vier Prozent unter den größeren Verlierern. Titel der Branchendienstleister Halliburton und Schlumberger fielen im S&P 500 um knapp beziehungsweise deutlich mehr als sechs Prozent.

Am breiten Markt sorgten vor allem die Papiere der Kaufhauskette Macy's für Gesprächsstoff. Sie brachen nach vorgelegten Quartalszahlen um mehr als 13 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2010 ein. Der Betreiber von mehr als 800 Warenhäusern in den USA hatte das Gewinnziel für das laufende Jahr gekappt und so branchenweit die Anleger verstimmt.

Trump macht US-Notenbank für Börsenverluste verantwortlich
Arthur Landwehr, ARD Washington
15.08.2019 07:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. August 2019 um 04:58 Uhr.

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