Deutsche Bank in New York |

Deutsche Bank Trumps Bankerin geht

Stand: 23.12.2020 10:16 Uhr

Dem scheidenden US-Präsidenten Donald Trump kommt seine langjährige Kundenbetreuerin bei der Deutschen Bank abhanden. Sie soll die Vergabe von Krediten über Hunderte Millionen Dollar an ihn veranlasst haben.

Künftig wird Donald Trump bei der Deutschen Bank nicht mehr von seiner bisherigen Ansprechpartnerin Rosemary Vrablic betreut. Die Mitarbeiterin scheidet aus dem Unternehmen aus.

Ein Sprecher des Frankfurter Geldhauses bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters in einer Email, dass Vrablic vor kurzem ihren Rücktritt eingereicht habe. Zuerst hatte die "New York Times" darüber berichtet.

Vrablic geht in Ruhestand

Laut Reuters wird der Rücktritt Ende des Jahres wirksam. Auch Vrablics langjähriger Kollege Dominic Scalzi verlasse das Institut. Einen Grund für das Ausscheiden nannte der Sprecher nicht. Vrablic begründete ihren Schritt mit ihrem 60. Geburtstag. Sie werde in Ruhestand gehen.

Wie die New Yorker Zeitung weiter berichtete, habe Vrablic dafür gesorgt, dass ihre Bank Hunderte von Millionen Dollar an Krediten an Trumps Unternehmen vergeben hat.

Deutsche Bank offenbar nicht glücklich mit Trump

Anfang November hatte Reuters berichtet, dass die Deutsche Bank darüber nachdenke, Trumps Kredite weiterzuverkaufen, um die Geschäftsbeziehungen mit ihm zu beenden. Demnach habe die Bank noch 340 Millionen Dollar an Trump ausgeliehen. Die Überlegungen seien dann aber nicht umgesetzt worden, weil unter anderem unsicher war, wer die Darlehen aufgekauft hätte.

Haftung mit Privatvermögen

Die Bank soll die Kredite für das Doral-Golf-Resort in Florida, einen in Schwierigkeiten geratenen Wolkenkratzer in Chicago und für die Umwandlung des Old-Post-Office-Gebäudes in Washington in ein Luxushotel vergeben haben. Laut "New York Times" werden die Kredite in den Jahren 2023 und 2024 fällig. Trump hafte dafür mit seinem Privatvermögen.

Seit dem Ende der 1990er-Jahren soll Trump mehr als zwei Milliarden Dollar an Krediten von dem Frankfurter Institut erhalten haben.

Trumps Geschäftsgebaren wird schon seit längerem von den zuständigen Behörden in den USA untersucht. Ihm wird vorgeworfen, dass er gegenüber Banken sein Vermögen zu hoch beziffert habe, um Kredite zu erhalten - und gegenüber den Finanzbehörden zu niedrig, um Steuern zu sparen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur in der Sendung "Lesart" am 24. Oktober 2020 um 11:05 Uhr.