Arbeiter auf dem Gerüst einer Baustelle

Industrie treibt Aufwärtsentwicklung voran Rezession laut DIW 2009 geringer als befürchtet

Stand: 29.01.2010 12:21 Uhr

Der Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr ist nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geringer ausgefallen als bislang angenommen. Wie das DIW mitteilte, betrug die Zuwachsrate des saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) im vierten Quartal weiterhin 0,6 Prozent. "Zusammen mit den bislang vorliegenden amtlichen Quartalsergebnissen ergibt sich damit für das Gesamtjahr 2009 eine Schrumpfung des Bruttoinlandsproduktes um 4,8 Prozent", erklärten die Berliner Ökonomen.

Nordseewerke Emden

Die Industrie trug maßgeblich zum Wachstum im letzten Quartal 2009 bei.

Statistisches Bundesamt sieht stärkeren Rückgang

Das Statistische Bundesamt hatte Mitte Januar für 2009 einen BIP-Rückgang um 5,0 Prozent gemeldet. Dies war der erste Rückgang seit sechs Jahren und der stärkste in der Geschichte der Bundesrepublik. Experten hatten im Durchschnitt ein Minus von 4,8 Prozent erwartet. Wie das DIW erklärte, sind in den von den Statistikern errechneten Wert aufgrund des frühen Meldetermins in erheblichem Maße Schätzungen eingeflossen.

Industrie treibt Aufwärtsentwicklung voran

Die Industrie - also das produzierende Gewerbe ohne Bau - war laut DIW mit einem erwarteten Zuwachs um 1,6 Prozent wichtigster Treiber der Aufwärtsentwicklung. Vor allem die Prroduzenten von Vorleistungsgütern (Produktionsgütern mit einer geringeren erwarteten Nutzungsdauer) hätten besonders kräftig zugelegt, während die Hersteller von Investitionsgütern deutlich unterdurchschnittlich gewachsen seien. Für die Bauwirtschaft zeichne sich eine leichte Schrumpfung um 0,1 Prozent ab. Der Bereich Handel, Gaststätten und Verkehr dürfte mit 0,7 Prozent gewachsen sein, während die unternehmensnahen sowie öffentlichen und privaten Dienstleistungen mit 0,2 Prozent nur leicht zugelegt hätten.

DIW für 2010 optimistisch

"Der Aufwärtstrend wird sich in diesem Jahr fortsetzen", sagte DIW-Konjunkturchef Christian Dreger. Sein Institut sagt ein Wachstum von 2,1 Prozent voraus. Es ist damit optimistischer als die Bundesregierung, die ein Plus von 1,4 Prozent erwartet.