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Corona-Krise bei Disney Milliardenverlust mit Freizeitparks

Stand: 13.11.2020 07:10 Uhr

Geschlossene Freizeitparks, abgesagte Sportveranstaltungen und verschobene Filmveröffentlichungen haben Disney schwer zu schaffen gemacht. Die Lockerung einiger Beschränkungen verschaffte dem Entertainement-Unternehmen zuletzt Entlastung.

So half etwa dem Sportsender ESPN die Wiederaufnahme von Live-Sportveranstaltungen. Auch die Themenparks in den USA eröffneten wieder, wenn auch nicht mit voller Kapazität. Der Park in Florida arbeitet beispielsweise mit 35 Prozent der vollen Besucher-Auslastung.  

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Gleichwohl bleiben die Einbußen beträchtlich: Im Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten sanken die Erlöse im vierten Quartal um 61 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Es fiel ein Betriebsverlust von 1,1 Milliarden Dollar an.

Das Streaming-Geschäft wächst

Als großen Erfolg strich Vorstandschef Bob Chapek das Streaming-Geschäft des vor einem Jahr gestarteten Online-Videodienst Disney+ heraus. Zum Quartalsende hatte er bereits fast 74 Millionen Nutzer. Hulu meldete insgesamt 36,6 Millionen Zuschauer und ESPN+ 10,3 Millionen.

Auf Disney+ kommen aber Herausforderungen zu: Ein einjähriges, kostenloses Probe-Abo für Millionen von Verizon-Kunden läuft aus. Disney will deshalb mit neuen Angeboten weitere Nutzer anwerben: Einem "Star Wars" Lego-Film in diesem Monat, dem Pixar-Streifen "Soul" zu Weihnachten und der Marvel-Serie "WandaVision" im Januar.

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Bob Chapek, Disney

Im abgelaufenen Quartal lag das Ergebnis der Streaming-Einheit bei einem Minus von 580 Millionen Dollar. Allerdings hatten Fachleute einen annähernd doppelt so hohen Verlust erwartet. Im Jahr 2024 soll das Segment laut Management Profit abwerfen, Fachleute rechnen aber damit, dass es früher der Fall sein werde.   

Kühne Schritte in die Zukunft

"Trotz der Störung durch die Corona-Pandemie waren wir in der Lage, unsere Geschäfte effektiv zu managen, während wir gleichzeitig kühne und bewusste Schritte unternehmen, um Disney für langfristiges Wachstum zu positionieren", sagte Chapek.

Aktuell sammeln sich aber Verluste an. Im Quartal verbuchte Disney einen Umsatzrückgang von 23 Prozent auf 14,7 Milliarden Dollar. Der Verlust unterm Strich betrug 710 Millionen Dollar, was 601 Millionen Euro entspricht. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn in Höhe von 777 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Weitere Kursinformationen zu Walt Disney

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 erlitt Disney einen Nettoverlust von 2,8 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte der Konzern 10,4 Milliarden Dollar verdient. Die Erlöse sanken um sechs Prozent auf 65,4 Milliarden Dollar. Angesichts der Pandemie will Disney im zweiten Geschäftshalbjahr keine Dividende auszahlen.

Experten hatten im Schnitt größere Einbußen erwartet. Auch der relative Erfolg des Streamingdienstes sorgte dafür, dass die Aktie in den USA nachbörslich trotzdem deutlich anstieg.  

ts

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 06. Mai 2020 um 10:38 Uhr.

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