Umweltministerin Schulze | Bildquelle: dpa

Schulze fordert Nachrüstung "Das würde dem Diesel-Image helfen"

Stand: 02.06.2018 02:43 Uhr

Die Bundesumweltministerin bekräftigt ihre Forderung nach einer technischen Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen. Dies würde die Hersteller rund 4,4 Milliarden Euro kosten, rechnet das Ministerium vor.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze macht sich weiterhin für technische Nachrüstungen von Diesel-Fahrzeugen stark. Eine Hardware-Nachrüstung in den Städten mit der schlechtesten Luftqualität würde die Autohersteller mehr als vier Milliarden Euro kosten. Das sagte Schulze den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Selbst wenn man bei einer Nachrüstung einen Maximalwert von 3000 Euro pro Fahrzeug zugrunde lege, koste die Hardware-Nachrüstung in den 17 am stärksten belasteten Städten nach den Berechnungen des Umweltministeriums 2,9 Milliarden Euro: "Nimmt man jeweils das Pendler-Umland hinzu, kommt man auf 4,4 Milliarden Euro."

Ein Verkehrsschild, welches das Durchfahrtsverbot für ältere Diesel anzeigt, wird in Hamburg montiert. | Bildquelle: REUTERS
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In Hamburg gilt seit dieser Woche auf zwei Straßen ein Durchfahrverbot für bestimmte Diesel.

Nachrüstungen in der Bundesregierung umstritten

Der Gewinn der deutschen Automobilindustrie habe im vergangenen Jahr deutlich höher gelegen, fügte die SPD-Politikerin hinzu. "Da können die Hersteller auch 4,4 Milliarden in saubere Luft investieren. Das würde auch dem ramponierten Image der Dieselautos helfen."

Schulze hatte kürzlich für einen Stufenplan geworben, bei dem zunächst Diesel-Fahrzeuge in Städten mit besonders schlechter Luft nachgerüstet werden. "17 Städte liegen über dem Jahresmittelwert von 50 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft", sagte sie. "Mit einer Hardware-Nachrüstung würde man eine massive Verbesserung der Luftqualität in diesen Städten erreichen: Der Stickstoffausstoß von Dieselfahrzeugen würde sich um 70 Prozent verringern."

Allerdings sind technische Nachrüstungen direkt am Motor in der Koalition umstritten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnen sie ab. Scheuer hatte zuletzt bekräftigt, dies bedeutete erhebliche Eingriffe in die Autos und eine Investition in alte Fahrzeuge. Außerdem gilt es als rechtlich sehr schwierig, die Hersteller zu solchen Nachrüstungen zu verpflichten. Die Branche lehnt diese ab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Juni 2018 um 05:01 Uhr.

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