Fußgänger laufen um eine gerade haltende S-Bahn in Dresden herum. | Bildquelle: dpa

ÖPNV-Vorschlag der SPD Ein 365-Tage-Ticket für Dieselfahrer

Stand: 12.03.2019 15:45 Uhr

Die SPD will den Nahverkehr günstiger machen und nutzt die Debatte um die Fahrverbote, um das Thema erneut aufzugreifen. Die Idee: ÖPNV-Tickets für Dieselfahrer zum symbolischen Preis von einem Euro pro Tag.

In mehreren deutschen Städten gelten Fahrverbote für Dieselautos oder sollen bald in Kraft treten. Um die betroffenen Autofahrer zu entlasten, hat die SPD nun einen Fünf-Punkte-Plan vorgeschlagen. Einer der zentralen Punkte: Günstigere Tickets für den örtlichen Nahverkehr.

Ein Euro pro Tag

Auf ihrer Internetseite skizziert die Bundestagsfraktion ihre Idee: Für Dieselfahrer, die in von Fahrverboten betroffenen Stadtgebieten wohnen, sollen ein Jahresticket für Bus und Bahn zum symbolischen Preis von einem Euro pro Tag bekommen können.

Der Wechsel zum ÖPNV soll eine attraktive Alternative zur Nachrüstung oder zum Umtausch der Dieselfahrzeuge werden. Kommunen, die das günstigere Ticket anbieten, sollen finanziell unterstützt werden. Die Mittel hierfür könnten laut SPD aus dem Bundesprogramm "Saubere Luft" stammen.

Vorbild für das 365-Tage-Ticket ist Wien: Hier gibt es das Angebot der Fahrkarte für einen Euro am Tag bereits seit 2012. Das Konzept wird derzeit in Bonn und Reutlingen getestet - beides Modellstädte, in denen Konzepte für eine bessere Luftqualität ausprobiert werden.

Bekanntes Ziel, neuer Ansatz

Die Idee eines günstigeren oder gar kostenfreien Nahverkehrs hat sich die SPD bereits seit Längerem auf die Fahne geschrieben. Bevor die ersten Fahrverbote in Deutschland in Kraft traten, hatte Umweltministerin Svenja Schulze im vergangenen April mit genau diesem Vorschlag geworben, um in Städten bessere Luftqualität zu erreichen und Fahrverbote eventuell umgehen zu können. Und auch ihre Vorgängerin im Amt und Parteikollegin Barbara Hendricks trommelte für die Idee, den ÖPNV gratis nutzen zu können.

Die Sozialdemokraten versuchen ihren Vorschlag aber nicht nur auf Bundesebene durchzubringen, auch in den Länderparlamenten rühren sie die Debatte immer wieder neu auf - von Bayern über Sachsen-Anhalt bis nach Hamburg.

Nun also der neue Vorstoß, die Idee als Hilfe für Dieselfahrer durchzusetzen. Neben dem 365-Tage-Ticket umfassen die fünf Punkte der SPD aber auch einen "Pakt für Nachrüstungen". Zum einen macht die Partei Druck auf die Hersteller der benötigten Technologie für die Nachrüstung. Im Herbst sollen sie auf dem Markt sein. Zum anderen will die SPD mittelständische Betreiber von Werkstätten bei der Entwicklung der Technik finanziell unterstützen.

Über dieses Thema berichteten B5 aktuell am 18. September 2018 um 16:08 Uhr und WDR 5 am 17. Dezember 2018 im "Morgenecho" ab 06:00 Uhr.

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