Schulkinder am Computer | Bildquelle: dpa

Fraunhofer-Untersuchung Deutschland braucht Digital-Nachhilfe

Stand: 11.03.2019 14:04 Uhr

Wenig Online-Verwaltung, kaum freie WLAN-Hotspots und abflauende Begeisterung für Soziale Medien. Das ist das Ergebnis einer Fraunhofer-Studie zur Digitalisierung. Am besten schnitten die Stadtstaaten ab.

Die Begeisterung für Soziale Medien geht in Deutschland zurück. Laut einer Erhebung des Fraunhofer-Instituts sank in den meisten Bundesländern der Anteil der Social-Media-User. Lediglich im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hamburg stieg der Anteil der Menschen, die Twitter, Facebook, Instagram und Co. nutzen geringfügig. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 2015 und 2017.

Demnach gaben zuletzt nur 38 Prozent der Einwohner Brandenburgs an, in sozialen Medien unterwegs zu sein. Das war bundesweit der niedrigste Wert. Spitzenreiter in Sachen Social Media war Rheinland-Pfalz mit 60 Prozent Nutzern. Dass die Ost-Bundesländer mit Ausnahme von Berlin alle Werte von unter 50 Prozent erreichten, dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass aus diesen Regionen in den vergangenen Jahrzehnten besonders viele junge Menschen abgewandert waren.

Laut ARD-ZDF-Onlinestudie nutzen etwa 90 Prozent der Deutschen das Internet.

Digitale Verwaltung untersucht

Die Forscher des Kompetenzzentrums Öffentliche IT am Fraunhofer-Institut untersuchten auch die Qualität der Online-Verwaltungsleistungen. Ihr Urteil fällt schlecht aus. Die Steigerung des Angebots an Onlinediensten sei mehr als dürftig.

Die Studienautoren untersuchten fünf der nachgefragtesten Verwaltungsleistungen und fanden heraus: Mehr als 40 Prozent der gut 300 untersuchten Kommunen bietet keine der fünf Leistungen online an. Am häufigsten ist noch die Gewerbeanmeldung per Internet zu finden. In rund 37 Prozent der Kommunen war dies möglich. Dahinter folgen die Melderegisterauskunft mit 31 Prozent, die KFZ-Anmeldung (15 Prozent), der Bauantrag (10 Prozent) und Wohngeldantrag (unter 5 Prozent).

Am digitalsten ist die Verwaltung der Stadtstaaten Hamburg und Berlin, dahinter folgen Nordrhein-Westfalen und Bremen, sowie Brandenburg. In den Flächenstaaten tragen - wie schon vor zwei Jahren - auch kleine und mittelgroße Kommunen zum Erfolg bei. Verbessert haben sich im Vergleich zur letzten Erhebung Berlin und Sachsen.

Wo gibt es freies WLAN?

Eine weitere Frage in der Fraunhofer-Untersuschung: Gibt es kostenlose WLAN-Hotspots? Die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums befragten in jedem Bundesland einige repräsentativ ausgewählte Kommunen.

Auch hier liegen die Stadtstaaten wieder ganz vorne. Die angefragten Kommunen in Schleswig-Holstein meldeten dagegen alle zurück: freies WLAN gibt es bei uns nicht. Für Thüringen ermittelten die Forscher einen durchschnittlichen Anteil von fünf Prozent. Relativ niedrig ist die Zahl der öffentlichen Hotspots demnach im Saarland, in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ein überdurchschnittliches Angebot für kostenloses Surfen im öffentlichen Raum haben Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. März 2019 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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