Containerschiffe im Hamburger Hafen. | picture alliance / Bildagentur-o

Einfuhren im August Größter Preissprung bei Importen seit 1981

Stand: 29.09.2021 11:18 Uhr

Eine massive Verteuerung vor allem bei Erdgas und Erdöl hat die Einfuhrpreise im August massiv in die Höhe getrieben. Laut Statistischem Bundesamt stiegen sie so stark wie während der Ölkrise vor 40 Jahren.

Die deutschen Importe haben sich im August wegen deutlich höherer Preise für Öl und Gas so stark verteuert wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die Einfuhrpreise stiegen um 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Juli hatte das Plus noch 15,0 Prozent betragen.

Eine kräftigere Zunahme hatte es zuletzt im September 1981 im Zuge der zweiten Ölkrise gegeben. Damals war ein Plus von 17,4 Prozent verzeichnet worden.

Folgen für Lebenshaltungskosten erwartet

"Wann das abebbt, ist schwer zu sagen", erklärte Finanzexpertin Silke Tober vom gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Die zugrundeliegenden Preissteigerungen etwa von Halbleitern seien zwar vorübergehend. Die Entwicklung dürfte aber bis Anfang kommenden Jahres anhalten oder sich zum Teil sogar bis ins zweite Halbjahr 2022 ziehen.

Experten erwarten, dass die teurer gewordenen Importe auch auf die Lebenshaltungskosten der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher durchschlagen werden. Die Inflationsrate liegt aktuell mit 3,9 Prozent bereits auf dem höchsten Stand seit 1993. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass sie sich in den kommenden Monaten in Richtung fünf Prozent bewegen wird.

Energie besonders teuer

Der starke Anstieg der Importpreise geht vor allem auf die Entwicklung bei Energie zurück: Deren Einfuhr verteuerte sich um 93,6 Prozent im Vergleich zum August 2020. Bei Erdgas fiel der Preisaufschlag dabei mit 170,5 Prozent besonders stark aus, bei Erdöl gab es ein Plus von 63,6 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie stiegen die Einfuhrpreise nur um 9,8 Prozent.

Deutlich mehr musste auch für viele Vorleistungsgüter bezahlt werden. Eisenerze, gesägtes und gehobeltes Holz, Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen sowie Rohaluminium kosteten jeweils erheblich mehr als ein Jahr zuvor.

Auch die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter zogen merklich an: Naturkautschuk, Rohkaffee und Getreide waren viel teurer als im August 2020.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. September 2021 um 11:47 Uhr.