Pakete liegen auf einem Förderband an einem DHL Express-Logistikstandort | Bildquelle: dpa

Nach Kritik der Bundesnetzagentur Deutsche Post macht Pakete wieder billiger

Stand: 05.02.2020 17:21 Uhr

Die Deutsche Post gibt klein bei: Sie nimmt die Preiserhöhung auf Pakete wieder zurück. Die Bundesnetzagentur hatte wegen der Aufschläge ein Verfahren gegen das Unternehmen eingeleitet. Die Behörde witterte Missbrauch der Marktmacht.

Die Deutsche Post muss mittelfristig auf die Mehreinnahmen durch Pakete von privaten Kunden verzichten. Das Unternehmen nimmt auf Druck der Bundesnetzagentur ihre Preiserhöhung von Anfang des Jahres zurück. Die Behörde hatte die Preise als zu hoch beanstandet und ein offizielles Verfahren eingeleitet.

Die Preise sollen zum 1. Mai wieder gesenkt werden, teilte das Unternehmen mit. "Wenn wir das Verfahren zu Ende geführt hätten, hätte es noch Jahre gedauert, bis wir eine Entscheidung bekommen hätten", sagte ein Sprecher. "Selbst wenn wir das inhaltlich anders bewerten, sollten wir nicht unnötig Zeit und Kosten investieren."

"Keine Preise im Sinne des Wettbewerbs"

Die Post hatte ihre Preise für Privatkunden zum Jahreswechsel erhöht. Die Begründung: Die Kosten für Personal und Transport seien gestiegen. Bei den unterschiedlichen Arten von Paketen fiel die Anhebung verschieden aus. Ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen innerhalb Deutschlands kostet in der Filiale nun 4,79 Euro, zuvor waren es 4,50 Euro. Der Versand eines 10-Kilo-Pakets verteuerte sich um einen Euro auf 10,49 Euro. Im Durchschnitt stiegen die Preise um drei Prozent. Günstiger kommt weg, wer seine Pakete online frankiert. Eine umfassende Preisherhöhung bei Paketen hatte es zuletzt 2017 gegeben, im vergangenen Jahr war das Porto für 5-Kilo-Pakete noch einmal um 50 Cent angehoben worden.

Die Bundesnetzagentur hält diese neuen Preise für zu hoch. Die Regulierungsbehörde vermutet, dass sie die tatsächlich anfallenden Kosten überschreiten. Mit ihrer marktbeherrschenden Stellung könne die Post diese Preise deshalb im Sinne des Wettbewerbs nicht verlangen. Im Paketbereich hat der Bonner Konzern einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Die Regulierungsbehörde leitete deshalb ein offizielles Verfahren gegen die Post ein. Dieses sei nun "gegenstandslos" und werde eingestellt, sagte ein Sprecher.

IT muss noch umgestellt werden

Dass erst Anfang Mai wieder die gleichen Preise gelten wie zu vor, erklärt die Post damit, dass IT-Systeme und Kundeninformationen auf die alten Beträge angepasst werden müssten. Wann und wie die nächste Preiserhöhung ansteht, bleibt bis auf Weiteres unklar. "Aber natürlich werden wir irgendwann die Preise auch wieder erhöhen müssen", sagte der Post-Sprecher.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorigen Version war von einer letzten Preiserhöhung im Jahr 2017 die Rede. Das ist falsch. Auch im vergangenen Jahr war der Preis für 5-Kilo-Pakete erhöht worden.

DHL nimmt Paketpreiserhöhung zurück
Dietmar Doerner, DLF
05.02.2020 17:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Februar 2020 um 13:00 Uhr.

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