Schild mit der Aufschrift "Made in Germany" | dpa

Deutscher Außenhandel Exporte nach Russland brechen ein

Stand: 21.04.2022 10:08 Uhr

Die Exporte deutscher Firmen nach Russland sind im März um mehr als die Hälfte geschrumpft. Das Land rutscht damit in der Rangliste der wichtigsten Zielländer deutscher Ausfuhren deutlich ab.

Die deutschen Exporte nach Russland sind im März infolge des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen des Westens drastisch zurückgegangen. Sie fielen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 57,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Russland lag damit nur noch auf Rang zwölf der wichtigsten Zielländer für Ausfuhren deutscher Unternehmen. Im Februar hatte das Land noch Rang fünf belegt - damals summierten sich die deutschen Exporte nach Russland trotz eines bereits merklichen Rückgangs gegenüber Januar noch auf 2,4 Milliarden Euro.

Exporte in andere Länder rückläufig

Die Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union gingen im März insgesamt im Vergleich zum Februar um 7,2 Prozent zurück und summierten sich kalender- und saisonbereinigt auf 52,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum März 2021 war das allerdings ein Anstieg um 3,2 Prozent. 

USA bleibt wichtigster Handelspartner

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren im März 2022 erneut die USA. Dorthin wurden Waren im Wert von 13,5 Milliarden Euro exportiert und damit 21 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Nach China wurden Waren im Wert von 10,2 Milliarden Euro ausgeführt, nach Großbritannien Waren im Werte von 6,4 Milliarden Euro.

Schwieriges Jahr für Exportwirtschaft

Die Exportwirtschaft rechnet mit einem schwierigen Jahr. "Der Ukraine-Krieg belastet den deutschen Außenhandel massiv", warnte kürzlich der Präsident des Branchenverbandes BGA, Dirk Jandura. Die mittel- bis langfristigen Auswirkungen seien bisher kaum absehbar.

Ähnlich sieht das der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der zusätzlich auf die Corona-Welle in China hinweist. "Die wirtschaftlichen Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine sowie die neuerlich verschärften Produktions- und Logistikstörungen in China erschüttern den Welthandel", betonte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. April 2022 um 09:40 Uhr.