US-Präsident Donald Trump  | Bildquelle: REUTERS

Künftig keine Geschäfte mehr Deutsche Bank macht Schluss mit Trump

Stand: 12.01.2021 13:21 Uhr

Die Deutsche Bank will offenbar keine Geschäfte mehr mit Donald Trump machen. Sein Unternehmen schuldet dem Kreditinstitut etwa 340 Millionen Dollar. Auch andere Firmen wenden sich vom US-Präsidenten ab.

Nach dem Angriff auf das Kapitol geht die Deutsche Bank auf Abstand zum abgewählten US-Präsidenten Donald Trump. Das größte deutsche Geldhaus wolle künftig keine Geschäfte mehr mit Trump und seinen Firmen machen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Trumps Familienunternehmen, die Trump Organization, schuldet der Deutschen Bank rund 340 Millionen Dollar. Diese werden 2023 und 2024 fällig. Das Institut hatte ihm noch Darlehen für Golfclubs und Hotels gewährt, als andere Banken sich längst zurückgezogen hatten.

Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte einen Kommentar zum Bericht der "New York Times" ab. Auch die Trump Organization und das Weiße Haus in Washington waren zunächst nicht erreichbar.

Mehr als zwei Milliarden Dollar an Krediten

Trump ist seit über zwei Jahrzehnten Kunde der Deutschen Bank. Seit Ende der 1990er-Jahre erhielt Trump Insidern zufolge mehr als zwei Milliarden Dollar an Krediten. Der prominente Kunde hat dem Geldhaus allerdings viele Negativschlagzeilen eingehandelt. Immer wieder verlangten die Demokraten im US-Kongress Auskünfte über die Geschäfte mit dem republikanischen Präsidenten, der diese unter Verweis auf die Gesetzeslage zurückwies.

Vergangene Woche hatte die US-Chefin der Deutschen Bank, Christiana Riley, den Angriff von Trump-Anhängern auf das Kapitol in Washington in einem Beitrag im Online-Netzwerk Linkedin scharf verurteilt. "Wir sind stolz auf unsere Verfassung und stehen zu denen, die versuchen, sie aufrechtzuerhalten, um sicherzustellen, dass der Wille des Volkes gewahrt bleibt und ein friedlicher Machtwechsel stattfindet", schrieb sie.

Trump-Beraterin hat Deutsche Bank verlassen

Bereits vor Weihnachten hatte eine Mitarbeiterin der Deutschen Bank, die seit Jahren für die Trump-Darlehen zuständig war, das Geldhaus verlassen. Manager der Bank spielen Insidern zufolge seit einiger Zeit verschiedene Szenarien durch, wie sie die Trump-Kredite loswerden können.

Wenn er kein Präsident mehr ist, wäre es einfacher auf Rückzahlung der Darlehen zu bestehen, sie zu verkaufen oder die Zwangsvollstreckung einzuleiten, wenn Trump die Darlehen nicht zurückzahlen oder refinanzieren könnte. Die Trump Organization hat den Insidern zufolge bislang nur die Zinsen für die Kredite zurückgezahlt und ist damit bislang nicht in Verzug geraten.

Die mit den Darlehen finanzierten Hotels und Golfclubs leiden unter der Corona-Krise. Die Einnahmen sind wie in der gesamten Touristikbranche eingebrochen. Trump hatte geplant, auf Golfplätzen wie jenem in Miami Hotels und Häuser zu bauen, um so zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften. Doch bislang ist daraus nichts geworden.

Gestern war zudem bekannt geworden, dass die Trump Organization die Gastgeberrechte für eines der wichtigsten Golfturniere der Welt verloren hat. Der Amerikanische Verband der Berufsgolfer (PGA) kündigte an, die renommierte PGA Championship 2022 nicht auf Trumps Golfkurs in New Jersey auszutragen. Der Verband begründete die Entscheidung mit dem Sturm auf das US-Parlament in Washington.

Immer mehr Unternehmen wenden sich von Trump ab

Seit den Ausschreitungen am vergangenen Mittwoch, bei dem fünf Menschen getötet wurden, wenden sich immer mehr Firmen von Trump ab.

Auch die amerikanische Signature Bank, die seit Jahren an Trumps Seite steht, kündigte an, alle Verbindungen zu kappen und forderte seinen Rücktritt. Signature schließe zwei persönliche Konten, auf denen Trump etwa 5,3 Millionen Dollar hielt, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag.

"Wir glauben, dass die angemessene Maßnahme der Rücktritt des Präsidenten der Vereinigten Staaten wäre, was im besten Interesse unserer Nation und des amerikanischen Volkes ist, hieß es in einer Erklärung.

Die Kreditinstitute folgen damit Social-Media-Unternehmen und anderen Firmen, die Beziehungen zum Präsidenten aussetzten, nachdem er praktisch zum Sturm auf das Kapitol aufgerufen hatte. Der Kurznachrichtendienst Twitter sperrte seinen Account dauerhaft. Trumps Tweets ließen das Risiko von Anstiftung zur Gewalt erkennen, hieß es zur Begründung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Januar 2021 um 11:00 Uhr.

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