Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. | Bildquelle: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX

Quartalszahlen Umbau verhagelt Deutscher Bank die Bilanz

Stand: 24.07.2019 09:17 Uhr

Die Deutsche Bank hat für das zweite Quartal tiefrote Zahlen vermeldet. Laut Chef Sewing sind dafür vor allem die Umstrukturierungskosten verantwortlich. Der Umbau soll das deutsche Geldhaus wieder auf Erfolgskurs bringen.

Die Neuausrichtung der Deutschen Bank hat die Quartalsbilanz deutlich belastet: Das Frankfurter Geldhaus vermeldete für das zweite Vierteljahr einen Verlust von 3,15 Milliarden Euro. Damit ist das Minus höher als erwartet: Anfang Juli hatte das Unternehmen noch mit 2,8 Milliarden Euro Verlust für das abgelaufene Quartal gerechnet.

Allerdings verbuchte das Institut mit 3,4 Milliarden Euro auch schon einen größeren Teil der Umbaukosten im zweiten Quartal, berichtete Vorstandschef Christian Sewing. "Ohne diese Belastungen für den Umbau wäre die Deutsche Bank profitabel gewesen." Ohne Restrukturierungskosten hätte der Gewinn nach eigenen Angaben bei 231 Millionen Euro gelegen, der Gewinn vor Steuern bei 441 Millionen Euro. Vor allem die Fondstochter DWS verdiente deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 112 Millionen Euro und damit 22 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Konzern-Erträge sanken im zweiten Quartal um sechs Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, bereinigt um Sondereffekte verringerten sie sich um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Erträge im weltweiten Aktienhandel, aus dem die Bank sich zurückzieht, brachen um fast ein Drittel ein. Besser lief es im Bereich Privat- und Firmenkundenbank sowie der Vermögensverwaltung. Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit niedrigeren Erträgen als 2018.

Rote Zahlen bei der Deutschen Bank erwartet
morgenmagazin, 24.07.2019, Klaus-Rainer Jackisch, HR

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Sanierung soll bis 2022 dauern

Konzernchef Christian Sewing will mit einer grundlegenden Neuausrichtung die Dauerkrise des Instituts beenden. Der bis 2022 ausgelegte Sanierungsplan sieht den Abbau von rund 18.000 Vollzeitstellen vor. Das Investmentbanking, das der Bank milliardenschwere Strafen einbrockte, wird kräftig gestutzt.

Die Kosten für den Umbau in Höhe von insgesamt rund 7,4 Milliarden Euro will die Bank aus eigener Kraft stemmen. Der Großteil der Lasten fällt im laufenden Jahr an. Nach drei Verlustjahren in Folge und einem Mini-Gewinn 2018 drohen der Deutschen Bank daher auch im Gesamtjahr 2019 tiefrote Zahlen. Kern der neuen Deutschen Bank soll nach Sewings Willen die neue Sparte Unternehmensbank werden, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmern soll. Im Kapitalmarktgeschäft will sich die Bank auf das Geschäft mit Krediten, Anleihen und Währungen sowie auf Beratung konzentrieren. Aus dem weltweiten Aktienhandel steigt das Institut komplett aus.

Wie viele Jobs von den geplanten 18.000 auf dem Heimatmarkt gestrichen werden sollen, ist weiterhin offen. Sewing hatte jedoch den Wegfall einer "substanziellen Zahl" angekündigt. Dabei sei "der schon zuvor geplante Abbau im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl enthalten", hatte er dem "Handelsblatt" gesagt. Im Privatkundengeschäft, zu dem die Postbank gehört, war erst kürzlich ein weiterer Abbau von gut 2000 Vollzeitstellen vereinbart worden. Den Abbau weiterer Stellen will die Bank laut Sewing möglichst "sozialverträglich" umsetzen.

Über dieses Thema berichtete das morgenmagazin am 24. Juli 2019 um 06:11 Uhr.

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