Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main | Bildquelle: dpa

Konzernumbau Deutsche Bank streicht 18.000 Stellen

Stand: 07.07.2019 18:58 Uhr

Die Deutsche Bank plant im Zuge ihres Konzernumbaus bis 2022 den Abbau von rund 18.000 Stellen. Außerdem steigt das Unternehmen aus dem Aktiengeschäft aus. Der Umbau soll bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten.

Die Deutsche Bank vollzieht einen grundlegenden Konzernumbau. Dafür nimmt das Geldhaus einen Verlust in Höhe von 2,8 Milliarden Euro im zweiten Quartal in Kauf. Insgesamt werde die Umstrukturierung bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten, teilte der Dax-Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Dadurch und durch den Rückzug aus dem Aktiengeschäft will die Bank bis 2022 ihre bereinigten Kosten auf 17 Milliarden Euro senken.

Bis 2022 plant das Unternehmen zudem den Abbau von rund 18.000 Stellen. Sie werde danach noch rund 74.000 Vollzeitstellen haben, erklärte die Bank. In Medienberichten war zuvor über den Abbau von konzernweit 15.000 bis 20.000 Vollzeitstellen spekuliert worden.

Deutsche Bank streicht weltweit 18.000 Stellen
tagesschau 20:00 Uhr, 07.07.2019, Uli Meerkamm, HR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Rückzug aus dem Aktiengeschäft

Weiterhin teilte die Bank mit, dass sie sich aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückziehen wird. Darüber hinaus soll das Handelsgeschäft, insbesondere der Handel mit Zinsprodukten, angepasst werden. Um Bilanzpositionen in Höhe von 74 Milliarden Euro aus diesen Geschäftsfeldern abzuwickeln, gründet die Bank eine interne "Bad Bank".

In den Jahren vor der Finanzkrise 2007/2008 war das Investmentbanking zeitweise eine Goldgrube für die Deutsche Bank. Die Sparte steuerte den Löwenanteil zum Konzerngewinn bei. Doch die Krise offenbarte die Schattenseiten vieler Geschäfte: Über Jahre musste sich der Dax-Konzern danach mit Klagen herumschlagen und zahlte etliche Milliarden an Geldstrafen. In den vergangenen beiden Quartalen schrieb die Investmentbank rote Zahlen.

Vorstandschef Christian Sewing erklärte, es handle sich um die "umfassendste Transformation der Deutschen Bank seit Jahrzehnten". Dies sei "ein echter Neustart". Die Bank kehre zu ihren Wurzeln zurück und besinne sich voll auf das Kundengeschäft.

Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank | Bildquelle: REUTERS
galerie

Im Mai kündigte Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing "harte Einschnitte" an, nun folgt der Vollzug. Insgesamt streicht die Deutsche Bank bis 2022 18.000 Stellen.

Gewerkschaft begrüßt Umbau

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di begrüßte den Umbau, der die Arbeitsplätze in Deutschland langfristig stabilisiere. Zwar gab das Unternehmen noch nicht bekannt, wo genau wie viele Mitarbeiter gehen sollen - die Gewerkschaft geht jedoch davon aus, dass vor allem die Investmentbanker betroffen sind. Ver.di-Chef Frank Bsirske erklärte, er habe "die klare Erwartung, dass die Deutsche Bank bei ihrer Neuaufstellung wie bisher auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet und der Personalabbau der Beschäftigten sozialverträglich erfolgt".

Bundeswirtschaftsminister zuversichtlich

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier äußerte sich zuversichtlich, dass Deutschlands größtem Geldhaus die Neuausrichtung gelingen wird. Die Deutsche Bank spiele in der ersten Liga und müsse jetzt die Weichen dafür stellen, dass das so bleibe, sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Die Deutsche Bank stehe "vor denselben Herausforderungen wie die restliche Wirtschaft auch", führte Altmaier aus. "Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Ich bin zuversichtlich, dass der Umbau der Deutschen Bank gelingen wird", betonte er.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Juli 2019 um 17:00 Uhr.

Darstellung: