Christian Sewing

Geldwäsche-Verdacht Deutsche-Bank-Chef verteidigt Mitarbeiter

Stand: 02.12.2018 10:24 Uhr

Der Verdacht wiegt schwer: Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen an Geldwäsche beteiligt gewesen sein. Deshalb gab es unter der Woche Durchsuchungen. Chefbanker Sewing stellte sich nun vor seine Mitarbeiter.

Nach den Razzien bei der Deutschen Bank hat sich Vorstandschef Christian Sewing vor seine der Geldwäsche beschuldigten Mitarbeiter gestellt. "Das sind zwei Mitarbeiter, die damals mitgeholfen haben, alles rund um den Sachverhalt 'PanamaPapers' aufzuarbeiten. Es gilt hier für mich bis zum Beweis des Gegenteils ganz klar die Unschuldsvermutung", sagte Sewing der "Bild am Sonntag".

Sewing erwartet keine Ermittlungen gegen sich

Würde man die eigenen Mitarbeiter vorverurteilen, insbesondere diejenigen, die Sachverhalte aufarbeiten, liefe bei der Deutschen Bank "etwas ganz gewaltig schief", sagte Sewing. Auch sein Büro war unter der Woche durchsucht worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, Kunden bei der Gründung von "Offshore-Gesellschaften" geholfen zu haben. Dabei sollen Gelder aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden sein, ohne dass die Mitarbeiter Anzeige wegen des Verdachts der Geldwäsche erstatteten.

Nach Angaben der Zeitung war der von den Ermittlungen betroffene Bereich internationales Vermögens-Management unmittelbar Sewing als Privatkundenvorstand unterstellt. Befürchtungen, dass die Ermittlungen sich irgendwann auch gegen ihn richten könnten, erteilte der Bank-Chef eine Absage: "Wir haben die 'PanamaPapers' gründlich aufgearbeitet, es gibt unabhängige Gutachten dazu."

Bank soll Geldwäscheverdacht nicht angezeigt haben

Seit der Veröffentlichung der Panama Papers 2016 habe die Bank den kompletten Sachverhalt geprüft und dabei eng mit den Aufsichtsbehörden kooperiert. "Für uns war der Fall abgeschlossen." Ein internationales Rechercheteam, an dem auch NDR, WDR und "SZ" beteiligt waren, hatte unter dem Titel "PanamaPapers" im April 2016 seine Erkenntnisse zur Steuervermeidung und Geldwäsche mittels Briefkastenfirmen veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft kritisierte, die Deutsche Bank habe vor Veröffentlichung der "PanamaPapers" keine Geldwäscheverdachtsanzeigen eingereicht, obwohl sie seit Beginn der Geschäftsbeziehung mit den Kunden "ausreichende" Anhaltspunkte dafür gehabt habe. 

Einem Medienbericht zufolge sollen sich die Taten auch nach Veröffentlichung der "PanamaPapers" fortgesetzt haben.

Durchsuchung bei der Deutschen Bank
Benedikt Strunz, NDR
02.12.2018 18:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. November 2018 um 17:00 Uhr und MDR aktuell Radio am 02. Dezember 2018 um 05:00 Uhr.

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