Der Chef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, stellt in Berlin die Halbjahresbilanz 2018 vor. | dpa

Offenbar Vertragsverlängerung Bahn-Chef Lutz darf bleiben

Stand: 12.02.2021 13:10 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Lutz, steht offenbar vor einer Vertragsverlängerung. Damit dürfte er weitere fünf Jahre die Geschicke der Staatskonzerns lenken.

Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz bleibt offenbar für fünf weitere Jahre im Amt. Sein Vertrag wird demnach verlängert. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) seien sich darüber einig, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Der 56-jährige Lutz war Ende März 2017 für vom Aufsichtsrat der Bahn für fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden ernannt worden. Zuvor hatte der Manager das Amt des Finanzvorstands bereits für knapp sieben Jahre bekleidet. Lutz entstammt aus einer Eisenbahnerfamilie; der Vater war im technischen Bereich tätig, die Mutter als Sekretärin.

Ronald Pofalla bleibt auch

Daneben hat der Bahnkonzern offenbar weitere Personalentscheidungen getroffen. Laut Bericht sollen die Verträge der Vorstandsmitglieder Ronald Pofalla (Infrastruktur) und Berthold Huber (Personenverkehr) verlängert werden. Der 61-jährige Pofalla soll demnach im Vorstand bleiben, bis er die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hat. Huber ist erst 58 Jahre alt.

Die Verträge der drei wären laut Bericht in gut einem Jahr ausgelaufen, die Bahn verlängert die Kontrakte ihrer Vorstandsmitglieder aber traditionell bereits deutlich früher. Die Entscheidung muss laut dem Bericht noch offiziell noch vom Aufsichtsrat bestätigt werden.

Ronald Pofalla | dpa

Ronald Pofalla bleibt dem Bahnvorstand offenbar noch weitere vier Jahre erhalten. Bild: dpa

Corona belastet den Konzern

Die Deutsche Bahn leidet derzeit schwer unter den Folgen der Pandemie. Für das Gesamtjahr 2020 hatte das Unternehmen zuletzt einen Umsatzrückgang von deutlich mehr als zehn Prozent prognostiziert. Das Betriebsergebnis sollte demnach auf rund minus 3,5 Milliarden Euro abrutschen und damit rund fünf Milliarden Euro schlechter ausgefallen als ein Jahr zuvor.

Während der Schuldenstand der Bahn zuletzt mit rund 27 Milliarden Euro für Ende 2020 prognostiziert worden war, scheint er tatsächlich deutlich höher ausgefallen zu sein. Wie das “Handelsblatt” unter Berufung auf einen Bericht des Bundesrechnungshofs berichtet hatte, dürfte das Minus Ende vergangenen Jahres bereits bei 32 Milliarden Euro gelegen haben. Für Ende des kommenden Jahres werde demnach bereits ein Schuldenstand von 38 Milliarden Euro befürchtet.