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Bester Wert seit 2011 Wirtschaft 2016 um 1,9 Prozent gewachsen

Stand: 12.01.2017 11:24 Uhr

Die deutsche Wirtschaft ist trotz vieler internationaler Krisen 2016 überraschend kräftig gewachsen: Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 1,9 Prozent und damit so stark wie seit 2011 nicht mehr. Ein Hauptgrund ist laut Statistischem Bundesamt die Kauflaune der Verbraucher.

Angetrieben vom kräftigen Konsum ist die deutsche Wirtschaft 2016 noch stärker gewachsen als im Vorjahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um 1,9 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Berlin anhand vorläufiger Zahlen mitteilte. Damit lag der Zuwachs der realen Wirtschaftsleistung noch einmal über den mit 1,7 (2015) und 1,6 Prozent schon relativ starken Vorjahren. "Die deutsche Wirtschaft setzte ihren Wachstumskurs fort", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Dieter Sarreither.

Verbraucher in Kauflaune

Die Kauflust der Verbraucher und die Ausgaben des Staates, auch für die Unterbringung Hunderttausender Flüchtlinge trugen maßgeblich zum Wachstum bei. Zudem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt günstig und die Inflation niedrig - auch wenn die Teuerung im Dezember wegen gestiegener Energiepreise anzog.

Konsum | Bildquelle: dpa
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Der private Konsum legte im vergangenen Jahr gegenüber 2015 um 2,0 Prozent zu.

So legten die privaten Konsumausgaben um 2,0 Prozent zu, die des Staates sogar um 4,2 Prozent. Auch der anhaltende Immobilienboom sorgte für Schwung. Eine weitere Stütze waren laut Statistik die Investitionen: Die Bauinvestitionen - vor allem in den Wohnungsbau - stiegen 2016 preisbereinigt um 3,1 Prozent; die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge kletterten um 1,7 Prozent. Der Export von Waren und Dienstleistungen waren demnach um 2,5 Prozent höher als im Vorjahr, und die Importe legten sogar um 3,4 Prozent zu.

Konsum bleibt wohl Hauptstütze

Volkswirte gehen davon aus, dass der Konsum auch im laufenden Jahr die Hauptstütze des deutschen Wirtschaftsaufschwungs bleiben wird. Nach Ansicht der Bundesregierung dürfte sich in diesem Jahr dürfte das Wirtschaftswachstum auf 1,4 Prozent abflauen, nicht zuletzt wegen der geringeren Zahl von Arbeitstagen. Allerdings machen Experten auch Risiken aus, die die Konjunktur spürbar dämpfen könnten. So dürften die Verhandlungen Großbritanniens zum EU-Austritt bei Firmen und Investoren für Verunsicherung sorgen. Zudem warnen viele Ökonomen, dass Donald Trump als künftiger US-Präsident den Freihandel einschränken könnte. Dies würde die Exportnation Deutschland belasten.

Außenhandel: keine Wachstumsimpulse

Keine Wachstumsimpulse kamen dagegen vom Außenhandel - obwohl Deutschlands Exporteure nach jüngsten Berechnungen des Bundesamtes für das Gesamtjahr 2016 auf ein Rekordergebnis zusteuern. Allerdings legten die Importe im vergangenen Jahr stärker zu als die Ausfuhren.

Die gute Konjunktur füllte auch die öffentlichen Kassen: Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen beendeten das Jahr mit einem Überschuss von 19,2 Milliarden Euro, wie die Statistiker unter Berufung auf vorläufige Berechnungen mitteilten. Damit schloss der Staat das dritte Jahr in Folge mit einem Überschuss ab.

Konsum lässt deutsche Wirtschaft kräftig wachsen: Plus 1,9 Prozent
F. Wahlig, ARD Berlin
12.01.2017 12:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Januar 2017 um 12:00 Uhr.

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