DB Arriva

EU-Kommission genehmigt Kauf unter Auflagen Deutsche Bahn darf Arriva übernehmen

Stand: 08.12.2010 16:09 Uhr

Die Deutsche Bahn muss nach der Übernahme des britischen Konkurrenten Arriva dessen gesamtes Deutschlandgeschäft weiterverkaufen. Nur unter dieser Auflage genehmigte die EU-Kommission die Übernahme. Die EU-Experten kamen zu dem Schluss, dass die Übernahme nur unter diesen Bedingungen nicht den Wettbewerb behindere.

Bahnchef Rüdiger Grube hatte bei der Bekanntgabe der Pläne im April davon gesprochen, dass die Wettbewerbsbehörden wohl den Verkauf der Bahn-Aktivitäten von Arriva in Deutschland fordern würden. Die Bahn hatte aber zumindest die deutschen Busunternehmen von Arriva behalten wollen, bot aber im Zuge des Prüfungsverfahrens auch einen Verkauf dieser Arriva-Sparte an. Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia erklärte, mit dem Verkauf von Arriva Deutschland sei nun sichergestellt, "dass sich der Wettbewerb auf den deutschen Bahn- und Busverkehrsmärkten weiterhin EU-rechtskonform entwickelt."

Bahnchef Grube begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission. Sie ermögliche der Bahn, "die Chancen der Liberalisierung zu nutzen". Laut Bahn ist nun der Weg für den Vollzug der Transaktion am 27. August frei. Zu diesem Zeitpunkt werde die Börsennotierung von Arriva beendet und das Unternehmen als eigenständige 100-prozentige Tochtergesellschaft der DB UK Holding Limited geführt.

Kaufpreis liegt bei knapp 2,8 Milliarden Euro

Die Bahn kauft Arriva für rund 1,8 Milliarden Euro und übernimmt zusätzlich knapp eine Milliarde Euro Schulden des Unternehmens. Arriva ist im Bus- und Schienenverkehr in insgesamt zwölf europäischen Ländern aktiv. Die Bahn will mit dem Kauf vor allem im Regionalverkehr eine führende Position in Europa erreichen und im Wettbewerb mit der französischen Staatsbahn SNCF punkten. Es ist die größte Übernahme in der Geschichte der Deutschen Bahn.

Arriva beschäftigt insgesamt 44.000 Menschen, davon 3500 Mitarbeiter in Deutschland. Der Umsatz von Arriva lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro.

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