Diversität

Corona-Krise Weniger Frauen in Dax-Vorständen

Stand: 07.10.2020 09:27 Uhr

In der Corona-Krise wächst in vielen Ländern der Frauenanteil in Führungspositionen. In Deutschland dagegen sank die Zahl der Managerinnen in den Vorständen der Dax-Konzerne binnen eines Jahres.

In den wichtigsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands geht der Anteil von Spitzenmanagerinnen zurück. Am 1. September saßen 23 Frauen in den Vorständen der 30 Unternehmen, die dem wichtigsten deutschen Börsenindex Dax angehören. Das waren sechs weniger als ein Jahr zuvor. Der Frauenanteil sank damit auf 12,8 Prozent. Das geht aus einer Untersuchung der gemeinnützigen Allbright Stiftung hervor.

Nachdem der Anteil von Managerinnen in den Vorständen der Dax-Konzerne in den Vorjahren stets gestiegen war, fällt Deutschland durch den aktuellen Rückgang weiter hinter andere Länder zurück. In den USA liegt der Frauenanteil im Top-Management bei 28,6 Prozent, in Großbritannien bei 24,5 Prozent.

Elf Dax-Konzerne ohne Frau im Vorstand

In Deutschland erreicht keines der 30 wichtigsten Unternehmen im eigenen Vorstand einen Frauenanteil von 30 Prozent. Elf Dax-Konzerne haben sogar keine einzige Frau in ihrem Vorstand und nur vier (Allianz, Daimler, Deutsche Telekom und Fresenius Medical Care) mehr als ein weibliches Vorstandsmitglied. Zum Vergleich: In den USA gilt das für 97 Prozent der Top-Unternehmen und in Frankreich für 87 Prozent.

"Was auch immer Aufsichtsräte dazu veranlasst, in der Krise nun sogar noch verstärkt auf Männer in den Vorständen zu setzen - es ist ein kurzsichtiger Reflex, der zeigt, wie wenig verankert die Vielfalt von Perspektiven an deutschen Unternehmensspitzen ist", kritisierte Wiebke Ankersen, Co-Geschäftsführerin der Allbright Stiftung. Die Entwicklung im Top-Management deutscher Unternehmen passe nicht zum Selbstverständnis eines fortschrittlichen westlichen Industrielandes.

Die deutsch-schwedische Allbright Stiftung setzt sich für mehr Frauen und Diversität in den Führungspositionen der Wirtschaft ein. Sie führt die Untersuchung seit 2016 regelmäßig durch.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Oktober 2020 um 11:40 Uhr in der Wirtschaft.

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