Auf einer Radkappe ist das Mercedes-Benz-Logo zu sehen. | Bildquelle: AFP

Dieselskandal Weitere Milliardenkosten für Daimler

Stand: 22.01.2020 10:35 Uhr

Auf Daimler kommen durch den Dieselskandal nochmals Ausgaben von bis zu 1,5 Milliarden Euro zu. Das drückt auf die Bilanz für 2019: Der operative Gewinn halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr.

Der Autobauer Daimler geht davon aus, dass die Folgen des Dieselskandals ihn nochmals 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro kosten könnten. Die Summe falle voraussichtlich für "zusätzliche Aufwendungen für laufende behördliche und gerichtliche Verfahren und Maßnahmen" sowie für Rückrufaktionen an, teilte der Konzern in einer Pflichtveröffentlichung zur Bilanz für 2019 mit. Die Kosten würden die Mercedes Benz-Sparten cars und Vans treffen.

Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr bereits 1,6 Milliarden Euro zurückgestellt, um die Aufwendungen für den Dieselskandal zu decken. Daimler musste damit zum dritten Mal seit dem Antritt des neuen Chefs Ola Källenius im vergangenen Mai eine Gewinnwarnung veröffentlichen.

Operativer Gewinn halbiert sich

Daimler gab zugleich vorläufige Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 bekannt. Der Konzern rechnet demnach mit einem operativen Ergebnis von 5,6 Milliarden Euro - und damit nur etwa halb so viel wie im Vorjahr. Auch 2018 hatte der Autobauer mit einem operativen Ergebnis von 11,1 Milliarden Euro einen deutlichen Rückgang des Gewinns hinnehmen müssen. In der Prognose für das operative Ergebnis seien die zusätzlichen Aufwendungen für den Dieselskandal noch nicht enthalten. Die endgültige Bilanz will Daimler am 11. Februar veröffentlichen.

Die Ausgaben, die sich durch den Dieselskandal ergeben, sind nicht die einzigen finanziellen Mehrbelastungen für den Konzern. Auch die Umstellung auf die Produktion von Elektroautos und Investitionen im Bereich des autonomen Fahrens kommen Daimler teuer zu stehen. Unternehmenschef Källenius setzt daher auf einen Sparkurs: Bis Ende 2022 will er Investitionen deckeln und bis zu 1,4 Milliarden Euro beim Personal einsparen. Dafür sollen wohl weltweit mehr als 10.000 Stellen wegfallen.

Bereits 870 Millionen Euro Bußgeld gezahlt

Schon im vergangenen Jahr fielen für Daimler durch den Dieselskandal Ausgaben über 870 Millionen Euro an. Allerdings ging es dabei um ein Bußgeld, das die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen den Autobauer verhängte. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen einzelne Daimler-Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Betrug und der strafbaren Werbung liefen unabhängig von dieser Zahlung weiter. Daimler hatte eingewilligt, die Strafe zu zahlen, um eigenen Angaben zufolge "Rechtsfrieden" herzustellen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Januar 2020 um 11:00 Uhr.

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