Logo des Autoherstellers Daimler an Gebäude der Konzernzentrale | dpa

Wachstum zu Jahresbeginn China-Boom bei Daimler

Stand: 23.04.2021 13:12 Uhr

Der Daimler-Konzern hat zu Jahresbeginn einen Milliardengewinn verbucht. In China stieg der Pkw-Absatz auf Rekordniveau. Aber auch die hohe Nachfrage nach Bussen und Lkw treibt das Wachstum an.

Der Autokonzern Daimler ist mit hohen Gewinnen ins neue Jahr gestartet. Besonders in China war das Unternehmen erfolgreich. Dort setzte die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars von Januar bis März 208.000 Fahrzeuge ab. Das waren 58 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und ein neuer Höchststand für ein erstes Quartal. Die Transporter-Sparte Mercedes Benz Vans konnte sogar mehr als doppelt so viele Einheiten in China absetzen wie im Vorjahr.

Unter dem Strich verdienten der Konzern in den drei ersten Monaten des Jahres 4,3 Milliarden Euro. Das war ein Vielfaches des Vorjahreswertes von rund 170 Millionen Euro. Der Nettogewinn der ersten drei Monate war damit sogar mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2019 vor der Pandemie und macht deutlich, wie groß der Umschwung im Konzern ausgefallen ist.

Daimler-Aktie profitiert

Die Anleger an den Börsen reagierten auf diese Entwicklung bereits stark. Der Kurs der Daimler-Aktie kletterte von rund 57 Euro Ende vergangenen Jahres auf inzwischen rund 75 Euro.

Trotz der hohen Gewinne kündigte Daimler-Finanzchef Harald Wilhelm an, am 2019 beschlossenen Sparkurs festzuhalten. "Wir sind entschlossen, die Fixkosten zu senken", sagte er. Seit Wilhelm vor knapp zwei Jahren zu Daimler wechselte, zieht das Management die Kostenschrauben stark an und baut Personal ab. Damit will Daimler für Anleger attraktiv bleiben und den teuren Umschwung zu Elektroautos stemmen.

Entwicklung im Sinne des chinesischen Großaktionärs

Die aktuelle Entwicklung dürfte auch den chinesischen Großaktionär Li Shufu zufriedenstellen, der über die Mantelgesellschaft Tenaciou3 Prospect Investment knapp zehn Prozent an Daimler hält. Shufu ist daneben noch Gründer sowie Vorstandsvorsitzender des chinesischen Autokonzerns Geely. Zu diesem gehören unter anderem die Pkw-Modelle von Volvo und die London Taxi Company.

Geely versucht derzeit, im Bereich Elektroautos stark zu expandieren. Das zusammen mit dem Suchmaschinenbetreiber Baidu gegründete gemeinsame Elektroautounternehmen Jidu will in den kommenden fünf Jahren umgerechnet 6,4 Milliarden Euro in die Herstellung seiner Fahrzeuge investieren. In drei Jahren soll das erste Elektroauto auf den Markt kommen.

Da ist Daimler schon deutlich weiter. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern seine neue Elektro-Luxuslimousine EQS vorgestellt. Die Reichweite übertrifft mit 770 Kilometern selbst das in dieser Kategorie bisher beste derzeitige Serienmodell von Tesla bei weitem. Mit dazu bei trägt die extreme Windschlüpfrigkeit des Modells. Der EQS basiert dabei als erstes Modell des Konzerns auf einer reinen Elektroplattform, die nicht wie bei bisherigen Modellen auf umgebauten Verbrennermodellen beruht.

Halbleitermangel bremst

Auch für den weiteren Jahresverlauf ist das Unternehmen optimistisch: Absatz, Umsatz und Betriebsergebnis sollen deutlich über den Zahlen des vergangenen Krisenjahres liegen. Sorgen bereitet insbesondere die Knappheit auf dem Chipmarkt. “Der aktuelle weltweite Engpass in der Halbleiterindustrie hat unseren Fahrzeugabsatz im ersten Quartal beeinflusst und könnte diesen auch im zweiten Quartal beeinträchtigen”, teilte Daimler mit.

LKWs und Busse boomen

Für die Zukunft verspricht insbesondere der Bereich Lkws und Busse ein hohes Wachstum. Im ersten Quartal wurden bei Daimler mehr als 150.000 Einheiten bestellt, ein Plus von fast zwei Dritteln.

Das sind gute Nachrichten vor der Aufspaltung des Konzerns in die zwei rechtlich unabhängigen Unternehmen Mercedes-Benz (bisher Daimler AG) mit der Konzentration auf Pkws und Transporter und Daimler Trucks mit Lkws und Bussen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. April 2021 um 10:00 Uhr.