Kühlergrill eines Mercedes Sprinter | Bildquelle: picture alliance / ZB

Illegale Abgastechnik Sprinter unter Verdacht

Stand: 06.10.2019 16:01 Uhr

Erneut wird Daimler vorgeworfen, illegale Abgastechnik in Fahrzeugen verbaut zu haben: Europaweit sollen rund 260.000 Sprinter betroffen sein. Das Kraftfahrtbundesamt hat nun ein Anhörungsverfahren eröffnet.

Daimler steht im Verdacht, bei einem weiteren Dieselmodell eine illegale Abgassteuerung eingebaut zu haben. Die Wagen mit der Euro-5-Abgasnorm wurden bis 2016 hergestellt und sollen nach einem Schreiben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) eine "unzulässige Abschaltvorrichtung" verwenden. Demnach hat die Behörde den Verdacht, dass bei Dieselmotoren des Typs OM 651 der Abgasausstoß in Prüfsituationen manipuliert werde.

Das KBA eröffnete nun ein Anhörungsverfahren, wie ein Daimlersprecher dem SWR bestätigte. Es gehe um europaweit 260.000 Fahrzeuge von Varianten des Vorgängermodells des aktuellen Sprinters. In Deutschland sollen davon 100.000 Transporter betroffen sein. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" berichtet.

Der Konzern habe die Funktionsweise der Abgasreinigung dem KBA bereits im Mai 2018 vorgestellt "und sie anschließend seit Sommer 2018 in weiteren Besprechungen eingehend erläutert", sagte der Daimler-Sprecher.

Rückruf von 60.000 GLKs

Bereits im Juni hatte das KBA zuletzt einen amtlichen Sofort-Rückruf von rund 60.000 Mercedes-Dieselautos angeordnet. Auch in den Mercedes GLK 220 CDI mit der Abgasnorm Euro 5 soll der Autobauer eine illegale Abschaltvorrichtung zur Abgasmanipulation eingesetzt haben. Daimler bestätigte, dass die beanstandete Abgasfunktionalität in verschiedenen Baureihen enthalten sei. Daimler legte Widerspruch gegen den Rückruf vom KBA ein, "um Klarheit in einer komplexen Sache zu erlangen", wie ein Konzernsprecher hinzufügte. Nach Auffassung des Konzerns sei die beanstandete Funktionsweise zulässig.

Für die vom KBA beanstandete Baureihe von Sprintern sei diese Prüfung abgeschlossen. Die Behörde habe nach eigenen Messungen nun das Anhörungsverfahren eröffnet, hieß es vom Konzern wie der SWR berichtete.

Folgen des Dieselskandals

Die Folgen des Dieselskandals kommen Daimler bereits teuer zu stehen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte gegen den Konzern im September dieses Jahres ein Bußgeld von 870 Millionen Euro verhängt. Grund war eine fahrlässige Verletzung der Aufsichtspflicht in einer Abteilung, die sich mit der Fahrzeugzertifizierung befasst. Diese führte laut Staatsanwaltschaft dazu, dass die Dieselfahrzeuge Genehmigungen erhielten, obwohl der Ausstoß von Stickoxiden bei den Autos teilweise nicht den Vorschriften entsprach.

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