Mann läuft auf einer Erdölplattform in der Nordsee | picture alliance / dpa

Umsetzung der Klimaziele Dänemark beendet Ölförderung bis 2050

Stand: 04.12.2020 10:43 Uhr

Derzeit ist Dänemark der wichtigste Ölproduzent in der EU. Doch das Land hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Das Parlament beschloss daher den Ausstieg aus der Öl- und Gasförderung in der Nordsee bis 2050.

Dänemark stellt bis zum Jahr 2050 seine gesamte Öl- und Gasförderung in der Nordsee ein. Das Parlament in Kopenhagen stimmte diesen Plänen der Regierung in der Nacht zu. "Wir setzen jetzt dem fossilen Zeitalter ein endgültiges Ende", sagte Klima- und Energie-Minister Dan Jörgensen.

Auch die geplante achte Lizenzierungsrunde und alle künftigen Ausschreibungen für die Förderung sollen gestrichen werden. Den Plänen zufolge wird 2050 zum letzten Jahr, in dem von Dänemark fossile Brennstoffe in der Nordsee gefördert werden.

Größter Ölproduzent in der EU

Nach dem Austritt Großbritanniens ist Dänemark der größte Produzent von Öl in der Europäischen Union und spielt auch als Exporteur von Erdgas eine wichtige Rolle. In Europa insgesamt ist allerdings das Nicht-EU-Mitglied Norwegen bei Weitem das größte Förderland.

Dänemark gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt von zuletzt 49.720 Euro pro Einwohner zu den wohlhabendsten Ländern in Europa - der Wert liegt knapp 80 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Einen wichtigen Teil dieses Wohlstands erwirtschaftete Dänemark in den vergangenen Jahrzehnten durch die Förderung des Erdöls in der Nordsee und den Export.

Ehrgeizige Klimaziel

Gleichzeitig verfolgt das Land aber einen klaren Kurs bei der Energiewende. Es setzte sich im vergangenen Jahr eines der weltweit ehrgeizigsten Klimaziele und will den Treibhausgasausstoß bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 70 Prozent senken und 2050 klimaneutral sein.

Vor allem durch den Ausbau der Windkraft, die durch langen Küstenabschnitte besondere Bedeutung für Dänemark hat, gehört das Land bereits zu den EU-Spitzenreitern beim Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Dezember 2020 um 11:00 Uhr.