Verschiedene D-Mark-Münzen liegen nenbeneinandern | Bildquelle: picture-alliance / ZB

Bundesbank-Erhebung Bürger horten Milliarden D-Mark

Stand: 10.12.2018 15:54 Uhr

Der Abschied von Mark und Pfennig scheint vielen Deutschen auch knapp 17 Jahre nach Einführung des Euro-Bargeldes weiter schwer zu fallen. Noch immer sind Milliarden D-Mark im Umlauf.

Ob auf Dachböden oder versteckt im Schubladen: Immer wieder werden D-Mark-Bestände durch Zufall entdeckt. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank waren Ende November Scheine und Münzen im Gesamtwert von 12,55 Milliarden D-Mark noch nicht umgetauscht. Davon entfielen 5,88 Milliarden auf Banknoten und 6,67 Milliarden auf Münzen.

Umtausch von 70 bis 100 Millionen D-Mark im Jahr

Der größte Teil der Bestände wurde allerdings bei der Einführung des Euro Anfang 2002 eingewechselt. Anfangs noch als "Teuro" beschimpft, ist der Euro mittlerweile weitestgehend akzeptiert. Bei einer im Herbst 2017 veröffentlichten Umfrage im Auftrag der EU-Kommission sprachen sich 81 Prozent der befragten Deutschen für den Euro aus.

"Die D-Mark ist das Symbol für den Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg", sagt Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. Für die Menschen in Ostdeutschland sei sie ab dem Wendeherbst 1989 "ein Symbol der Freiheit" gewesen. Noch vor der politischen Wiedervereinigung ersetzte die D-Mark am 1. Juli 1990 die DDR-Mark - in einem Umtausch-Kurs von 1:1.

Einkaufstüten Shopping | Bildquelle: imago/Ralph Peters
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Immer noch im Umlauf und zum Einkaufen genutzt: Die D-Mark.

Vom Umtausch nicht ausgeschlossen

Anders als in vielen anderen Euro-Ländern können alten D-Mark-Schätze unbefristet bei der Bundesbank umgetauscht werden. Deren Angaben zufolge werden am häufigsten 100-Mark-Scheine eingereicht, gefolgt von 500- und 1000-Mark-Scheinen. Pro Jahr werden im Durchschnitt 70 bis 100 Millionen D-Mark getauscht. In diesem Jahr waren es bis Anfang Dezember der Notenbank zufolge etwa 86 Millionen D-Mark.

Und auch aus dem Alltag ist die D-Mark noch nicht ganz verschwunden. Die Modekette C&A zum Beispiel nimmt die Währung freiwillig an. Seit Anfang November gehen einem Sprecher zufolge bundesweit täglich etwa 15.000 bis 70.000 D-Mark in den Fillialen ein. Die Modekette wirbt damit, sich den Weg zur Bundesbank zu sparen und mit D-Mark-Ersparnissen bei dem Unternehmen einzukaufen. Das Rückgeld wird in Euro ausgezahlt.

Der Gewerbeverein im baden-württembergischen Gaiberg entwickelte ebenfalls eine Geschäftsidee : Dort können Kunden jeweils im Mai in den Geschäften und Gaststätten mit D-Mark bezahlen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Dezember 2018 um 15:00 Uhr.

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