Ein Mitarbeiter von CureVac arbeitet in einem Labor. | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus Bund steigt bei Impfstoffentwickler ein

Stand: 15.06.2020 14:34 Uhr

Im Kampf gegen das Coronavirus ruhen die Hoffnungen darauf, dass bald ein Impfstoff gefunden wird. Der Bund will einen potenziellen deutschen Hersteller fördern: Er steigt bei CureVac ein, dem Unternehmen von Mehrheitseigner Hopp.

Der Bund steigt beim Biotech-Unternehmen CureVac ein, das unter anderem einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, die bundeseigene Förderbank KfW übernehme für 300 Millionen Euro rund 23 Prozent der Anteile. Ziel sei, dem Unternehmen von Mehrheitseigner Dietmar Hopp finanzielle Sicherheit zu geben. Der Staat wolle keinen Einfluss auf geschäftspolitische Entscheidungen nehmen.

Altmaier betonte, die Beteiligung sei zugleich industriepolitisch von hoher Bedeutung. Wichtige Forschungsergebnisse und Technologien würden in Deutschland und Europa gebraucht. Hintergrund sei auch das Konjunktur- und Zukunftspaket der Bundesregierung in der Corona-Krise.

Hopp erklärte, er freue sich, dass auch von staatlicher Seite die Bedeutung der Biotechnologie erkannt und diese Schlüsselindustrie über die frühe Forschung hinaus unterstützt werde.

Im Juni erste Studien mit Freiwilligen

Die Biotechfirma hatte Mitte Mai positive präklinische Ergebnisse zu ihrem Projekt veröffentlicht. Noch im Juni sollten erste klinische Studien mit gesunden Freiwilligen starten.

CureVac war im März in die Schlagzeilen geraten, weil die US-Regierung angeblich Interesse an der Gesellschaft hatte. US-Präsident Donald Trump sollte der Firma einem Medienbericht zufolge einen hohen Betrag angeboten haben, um sich deren Arbeit exklusiv zu sichern. Das hatten die Tübinger allerdings zurückgewiesen.

CureVac setzt auf Boten-RNA

CureVac setzt - wie auch der US-Biotechkonzern Moderna und die Mainzer Biotechfirma Biontech - bei der Impfstoffentwicklung auf die sogenannte Boten-RNA (mRNA). Sie soll den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln.

Weltweit gab es nach Angaben des Verbands forschender Pharma-Unternehmen (vfa) vom Mai mehr als 120 Impfstoff-Projekte, von kleinen Firmen wie CureVac und BioNTech aus Mainz bis zu Konzernen wie Sanofi und GlaxoSmithKline. Doch wann ein Impfstoff zugelassen wird, weiß derzeit niemand.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Juni 2020 um 14:15 Uhr.

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