Ein Arbeiter, der in der Produktion von Komponenten für die Kälte und Klimatechnik tätig ist, lötet bei der Montage an einem Wärmetauscher. | Bildquelle: dpa

Unterstützung der Wirtschaft Mit Milliardenhilfen gegen Corona-Einbußen

Stand: 13.03.2020 12:12 Uhr

Die Corona-Krise belastet viele Firmen massiv. Die Bundesregierung plant nun milliardenschwere Liquiditätshilfen. Die Kurzarbeit wird erleichtert.

Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier planen in der Coronavirus-Krise nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur milliardenschwere Liquiditätshilfen für Firmen. Damit sollen Unternehmen und Arbeitsplätze geschützt werden. Außerdem soll es Stundungen von Steuern geben. Die beiden Politiker wollen am Mittag bei einer Pressekonferenz ein Konzept vorlegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte gestern bereits weitere "umfassende" Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft angekündigt. Das Parlament beschloss inzwischen im Schnellverfahren und einstimmig die Erleichterung von Kurzarbeit für Unternehmen, die wegen der Corona-Krise gefährdet sind. Mit dem Gesetz werden befristet bis Ende 2021 die Hürden für Kurzarbeit gesenkt. Auch Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten und Arbeitgebern die Sozialbeiträge für Kurzarbeiter erstattet werden. Nach dem Bundestag billigte auch der Bundesrat das Kurzarbeitergeld im Eilverfahren.

Drei-Stufen-Plan der Regierung

Altmaier hatte zuvor einen Drei-Stufen-Plan vorgelegt. Zur ersten Stufe gehören bestehende Instrumente wie Bürgschaften und KfW-Kredite gegen kurzfristige Liquiditätsprobleme sowie Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld. Verschärfen sich die wirtschaftlichen Folgen des Virus, soll Stufe zwei kommen: Dann könnten Kredite flexibler gestaltet und aufgestockt werden. Die Bundesregierung könnte dann weitere Milliarden in bestehende Töpfe stecken. Die dritte Stufe sieht Konjunkturprogramme in einem großen Stil vor, wenn wegen des Virus Unternehmen ihre Produktion wegen unterbrochener Lieferketten in großem Umfang einstellen müssen und Betriebsschließungen drohen.

Treffen mit Wirtschaft

Kanzlerin Merkel will sich heute Abend mit Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden treffen. Vertreter der Wirtschaft und Gewerkschaften forderten die Bundesregierung zu umfassender Hilfe zur Abwendung einer Rezession auf. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezeichnete die Corona-Krise als "extreme Herausforderung" für die gesamte Wirtschaft.

Die Gewerkschaft ver.di forderte Konsum-Schecks für die Bürger zur Abfederung einer möglichen Wirtschaftskrise. Außerdem müsse die Liquidität der Firmen verstärkt über die bundeseigene Förderbank KfW abgesichert werden, sagte ver.di-Chef Frank Werneke der Deutschen Presse-Agentur. Er geht von einem immensen Hilfsbedarf aus. Die Milliardenhilfen für die Wirtschaft könnten die Dimension der Bankenrettung 2008 erreichen.

Vorsichtige Erholung beim Dax

Auf dem deutschen Aktienmarkt zeigte sich nach dem panikartigen Ausverkauf in dieser Woche eine vorsichtige Erholung: Der deutsche Aktienindex (Dax) legte im frühen Handel um moderate 0,55 Prozent auf 9211,07 Punkte zu. Er war gestern um mehr als zwölf Prozent eingebrochen und auf unter 10.000 Punkte gefallen. Und das trotz umfassendem Hilfspaket, das die Europäische Zentralbank zuvor verabschiedet hatte.

Damit endet heute eine turbulente Woche in der Börsengeschichte, die für den deutschen Leitindex aktuell einen Wochenverlust von etwas mehr als 20 Prozent erwarten lässt. Erst am "schwarzen Montag" - an dem der Dax den höchsten Tagesverlust seit dem 11. September 2001 verzeichnete - war es für das Börsenbarometer angesichts der Virusängste und eines Ölpreisschocks bereits um fast acht Prozent abwärts gegangen. Seit Beginn des virusbedingten Börsencrashs Ende Februar büßte der Dax inzwischen rund ein Drittel an Wert ein.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. März 2020 um 11:00 Uhr.

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