Hamburg: Hubwagen zum Umschlag von Containern fahren mit blauer Beleuchtung auf dem Terminal Eurogate im Hafen. | Bildquelle: dpa

Virus-Folgen für Deutschland Corona-Krise könnte Hunderte Milliarden kosten

Stand: 25.03.2020 03:30 Uhr

Die Folgen der Corona-Pandemie könnten Deutschland bis zu 729 Milliarden Euro kosten - und damit "alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen bekannt ist", befürchtet das Ifo-Institut. Eine Million Jobs könnten wegfallen.

Die Corona-Pandemie wird Deutschland hart treffen. Wie teuer es werden könnte, hat nun das Münchner Ifo-Institut berechnet. Dessen Präsident, Clemens Fuest, rechnet mit Kosten in Höhe von Hunderten von Milliarden Euro wegen der Corona-Pandemie. Das Virus beschere der deutschen Wirtschaft Produktionsausfälle, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit und werde den Staatshaushalt erheblich belasten, erklärte Fuest.

Kosten bis zu 729 Milliarden Euro

Je nach Szenario schrumpfe die deutsche Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspreche Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro. "Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte der Ifo-Präsident. Strategien seien erforderlich, die es erlaubten, eine Wiederaufnahme der Produktion mit einer weiteren Eindämmung der Epidemie zu verbinden.

Laut den Berechnungen des Ifo-Instituts entstehen je nach Szenario Kosten zwischen 255 und 495 Milliarden Euro, wenn die Wirtschaft zwei Monate lang teilweise stillsteht. Die Wirtschaftsleistung schrumpfe dann im Jahr um 7,2 bis 11,2 Prozentpunkte. Unterstellt sei dabei im besten Szenario, dass die Wirtschaftsleistung für zwei Monate auf 59,6 Prozent zurückgeht, sich im dritten Monat wieder auf 79,8 Prozent erholt und schließlich im vierten Monat wieder 100 Prozent erreicht. Bei drei Monaten Teilschließung erreichen die Kosten den Berechnungen zufolge bereits 354 bis 729 Milliarden Euro. Das sind demnach 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte Wachstumsverlust.

Massiver Jobabbau erwartet

Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen. "Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten", erklärte Fuest. In den vom Ifo betrachteten Szenarien könnten bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (oder 1,4 Millionen Vollzeitjobs) abgebaut werden und mehr als sechs Millionen Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen sein.

Um die Folgen der Pandemie für Wirtschaft und Beschäftigte abzufedern, bringt die Bundesregierung ein Multimilliardenpaket auf den Weg. Das Kabinett billigte die Finanzhilfen. Vorgesehen ist ein Nachtragshaushalt im Volumen von 156 Milliarden Euro. Damit sollen unter anderem Hilfen für Kleinstbetriebe geleistet werden. Hinzu kommen Garantien und Liquiditätshilfen sowie Gelder für mögliche Staatsbeteiligungen in der Krise. Der Bundestag soll dem Paket am Mittwoch zustimmen, der Bundesrat dann am Freitag.

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