Spargelernte in Weiterstadt | Bildquelle: dpa

Wegen Corona-Krise Asylbewerber als Erntehelfer?

Stand: 20.03.2020 18:28 Uhr

Die Landwirtschaft zittert vor der Erntesaison: Vor allem im Spargelanbau werden die ausländischen Erntehelfer fehlen - sie können wegen der Corona-Krise nicht reisen. Landwirtschaftsministerin Klöckner hat da eine Idee.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner schlägt den Einsatz von Asylbewerbern in der Landwirtschaft vor, um Engpässe bei Saisonkräften zu vermeiden. Dies könne eine weitere Option sein, schrieb sie in einem Brief an Arbeitsminister Hubertus Heil, über den das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtet.

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Die Spargelernte soll eigentlich bald beginnen.

Kurzfristige Arbeitserlaubnisse

Menschen, die Asyl beantragt haben, aber nicht über eine Arbeitserlaubnis verfügen, könnten kurzfristig eine Arbeitserlaubnis in der Landwirtschaft bekommen, wenn sie dies wollten. Das Arbeitsverbot könnte auch nur zeitlich befristet aufgehoben werden, regt Klöckner in dem Schreiben an, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Manche Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern wie Albanien, Bosnien, dem Kosovo oder auch dem Senegal könnte daran Interesse haben.

Problem der Reisebeschränkungen

Klöckner macht sich auch für weitere Maßnahmen stark, um etwa flexiblere Arbeitseinsätze und Arbeitszeiten in der Ernährungsbranche zu erreichen. Viele Landwirtschaftsbetriebe befürchten kurz vor der Spargelsaison Engpässe bei Erntehelfern vor allem aus Osteuropa. Saisonarbeiter fragen sich auch, ob und wie sie angesichts der Corona-Lage wieder heimkehren können. Zudem gibt es Reisebeschränkungen in der EU.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium stellte Erleichterungen in Aussicht, um Saisonarbeitskräften aus Rumänien die Einreise zu erleichtern. Da viele auf dem Landweg Schwierigkeiten hätten, wollten Betriebe sie in Eigeninitiative per Flugzeug holen - nach Angaben von Bauernverbänden gebe es aber auch hier Schwierigkeiten bei der Einreise.

Gespräche auch mit Innenministerium

Mit dem Innenministerium sei daher als Verfahren abgesprochen worden, dass Landwirte für Saisonarbeiter aus der EU vorab Informationen an die Bundespolizei der betroffenen Flughäfen schicken können - unter anderem mit Namen, Geburtsdaten, Flugnummer und Kontaktdaten des Betriebs. Aus Regierungskreisen hieß es am Freitag, eine finale Entscheidung sei dazu noch nicht getroffen.

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