Geschlossenes Café in der Fußgängerzone von Karlsruhe | Bildquelle: dpa

Folgen der Corona-Krise Wirtschaftsweise sind pessimistischer

Stand: 05.06.2020 08:02 Uhr

Die sogenannten Wirtschaftsweisen werden ihre im März aufgestellte Konjunkturprognose für Deutschland nochmals weiter nach unten korrigieren. Man sei zu optimistisch gewesen - vor allem mit Blick auf die USA.

Die Auswirkungen der Corona-Krise werden in der deutschen Wirtschaft wohl zu einem größeren Einbruch führen als erwartet. Zu diesem Schluss kommt der Sachverständigenrat für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Daher werden die sogenannten Wirtschaftsweisen ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr nach unten korrigieren, kündigte dessen Vorsitzender, Lars Feld, den Zeitungen der Funke Mediengruppe gegenüber an.

Das Bruttoinlandsprodukt wird nach aktueller Schätzung der Experten 2020 um sechs bis sieben Prozent schrumpfen. Noch im März hatten die Wirtschaftsweisen im schlimmsten Fall ein Minus von 5,4 Prozent angesetzt, bei bestmöglicher Entwicklung sei sogar ein deutlich geringerer Einbruch von bis zu 2,8 Prozent möglich.

Lockdown dauerte länger als angenommen

Der sogenannte Lockdown durch die Corona-Pandemie habe länger gedauert als gedacht, begründete Feld die negativere Prognose. Auch die deutsche Außenwirtschaft sei härter getroffen worden als gedacht. "Vor allem im Hinblick auf die USA waren wir deutlich zu optimistisch", sagte der Freiburger Wirtschaftsprofessor.

Die Bundesregierung hatte Mitte März einen nahezu kompletten Stillstand des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens angeordnet - mitsamt der Schließung fast aller Geschäfte. Erst Anfang Mai durften die Geschäfte mit den Lockerungen, auf die sich Bund und Länder einigten, ihre Türen wieder nach und nach für Kunden öffnen.

"Wirtschaftsweise" korrigieren Konjunkturprognose nach unten
Sabine Müller, ARD Berlin
05.06.2020 08:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2020 um 09:00 Uhr.

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