Bundesfinanzminister Olaf Scholz im August 2020 | Bildquelle: REUTERS

Hilfen in der Corona-Krise Scholz will Kurzarbeitergeld verlängern

Stand: 16.08.2020 00:58 Uhr

Noch immer befinden sich bundesweit Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Um Betrieben und Mitarbeitern weiterhin etwas finanziellen Druck zu nehmen, erwägt Bundesfinanzminister Scholz, das Kurzarbeitergeld länger auszuzahlen.

Um Arbeitnehmer in der Corona-Krise zu entlasten, will Bundesfinanzminister Olaf Scholz das Kurzarbeitergeld länger auszahlen. Der SPD-Politiker brachte im Interview mit der "Bild am Sonntag" eine Verlängerung der Bezugsdauer auf 24 Monate ins Spiel.

Die Corona-Krise werde in den nächsten Wochen nicht plötzlich verschwinden, so Scholz. Daher bräuchten Unternehmen und Beschäftigte das klare Signal der Regierung: "Wir gehen mit euch den gesamten Weg durch die Krise, damit niemand auf der Strecke ohne Not entlassen wird."

Derzeit sind Bezüge meist auf zwölf Monate begrenzt

Derzeit wird das Kurzarbeitergeld in der Regel über maximal zwölf Monate ausgezahlt, in bestimmten Fällen kann diese Bezugsdauer bereits ausgeweitet werden. Schon im Juni hatten die Wirtschaftsminister der Bundesländer dafür plädiert, das Kurzarbeitergeld über 24 Monate auszuzahlen.

Bundesrat und Bundestag hatten das Kurzarbeitergeld im März im Eilverfahren beschlossen. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt dabei 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn ein Betrieb Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Zudem werden die Sozialversicherungsbeiträge komplett von der Bundesagentur für Arbeit übernommen.

Bundesagentur für Arbeit warnt vor finanziellem Engpass

Angaben der Bundesagentur zufolge befanden sich im vergangenen Monat bundesweit noch rund 4,5 Millionen Beschäftigte in der Kurzarbeit. Den Höhepunkt hatte die Kurzarbeit im Mai erreicht: Damals waren etwa 6,7 Millionen Arbeitnehmer betroffen - nach Hochrechnungen die höchste jemals ermittelte Zahl von Kurzarbeitern in der Bundesrepublik.

Die Bundesagentur für Arbeit hat wegen der hohen finanziellen Belastungen in der Corona-Krise bereits mehrfach Alarm geschlagen: die hohen Ausgaben für das Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld, die Kosten für die Sozialleistungen, die nun von der eigenen Behörde getragen werden. Die Rücklagen der Bundesagentur von rund 26 Milliarden Euro würden daher im laufenden Jahr komplett aufgebraucht.

Scholz für Verlängerung des Kurzarbeitergeldes
Torsten Huhn, ARD Berlin
16.08.2020 16:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. August 2020 um 09:00 Uhr.

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