Weihnachtsmarkt | Bildquelle: dpa

Coronavirus-Pandemie Städte gegen frühe Weihnachtsmarkt-Absage

Stand: 06.09.2020 10:45 Uhr

Städte und Gemeinden wollen Weihnachtsmärkte nicht generell verbieten. In Zeiten von Corona fordern sie die Berücksichtigung der Situation vor Ort. Gesundheitsministern Spahn ist zurückhaltend.

Der Städte- und Gemeindebund hat sich dagegen ausgesprochen, Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Krise bereits jetzt abzusagen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, sollten die Infektionszahlen rasant steigen, "werden öffentliche Veranstaltungen, wie etwa Weihnachtsmärkte, nicht möglich sein. Andererseits haben wir in der Pandemie gelernt, dass flexible Reaktionen und eine Berücksichtigung der lokalen Situation der richtige Ansatz sind."

"Weihnachten will man nicht verbieten"

Es werde auch im Winter hoffentlich Städte oder Regionen mit geringen Infektionszahlen geben, so Landsberg. "Dann könnte man dort auch Weihnachtsmärkte mit den entsprechenden Schutzkonzepten stattfinden lassen." Daher solle nicht bereits jetzt eine generelle Absage erfolgen. "Weihnachten mit seinen verschiedenen liebgewonnenen Gewohnheiten kann und will man nicht verbieten."

Dresdner Weihnachtsmarkt | Bildquelle: dpa
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Der Weihnachtsmarkt in Dresden: Landsberg drängt auf flexible Lösungen.

Spahn: "Das Virus ist der Spielverderber, nicht ich"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich am Freitag erneut zurückhaltend zum Thema Weihnachtsmärkte geäußert. Es gelte hier, mit der nötigen Vorsicht heranzugehen und Risiken zu reduzieren. "Das Virus ist der Spielverderber, nicht ich", sagte der CDU-Politiker. Wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte das sicherlich auch geben.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff | Bildquelle: dpa
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Haseloff sieht eine hohe kulturelle Bedeutung der Märkte.

Haseloff für Öffnung von Weihnachtsmärkten

Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff hatte sich für die Öffnung von Weihnachtsmärkten ausgesprochen. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte er am Samstag, deren Betrieb solle ermöglicht werden, "soweit die pandemische Lage dem nicht zwingend entgegensteht". Der CDU-Politiker begründete dies mit der hohen traditionellen und kulturellen Bedeutung der Märkte.

Zuvor hatte sich Bayerns Regierungschef Markus Söder ähnlich geäußert. "Bei den Weihnachtsmärkten haben wir noch Zeit, die wir für eine gute Planung nutzen können." Zum Beispiel könnten einheitliche Laufwege mit Ein- und Ausgang organisiert werden. Auf manchen Stand mit Feuerzangenbowle, "der eher an Après-Ski-Veranstaltungen in Ischgl erinnert", müsse dieses Jahr aber sicher verzichtet werden, sagte Söder.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. September 2020 um 09:00 Uhr.

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