Bei Apple in Cupertino (Kalifornien) sind Modelle des iPhone 14 Pro und 14 Pro Max ausgestellt. | AFP

Apple-Zulieferer in China Corona-Lockdown verzögert iPhone-Lieferungen

Stand: 07.11.2022 05:07 Uhr

Mitten im Weihnachtsgeschäft hat Apple mit Lieferschwierigkeiten beim neuen iPhone 14 zu kämpfen. Grund ist ein Corona-Ausbruch an einem Produktionsstandort in China. Die Behörden hatten einen Lockdown verhängt.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Die Kunden werden längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, um ihre neuen Produkte zu erhalten, hieß es von Apple. Die Anlage in Zhengzhou arbeite derzeit mit deutlich reduzierter Kapazität.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

In Zhengzhou wird etwa die Hälfte aller iPhones weltweit produziert. Der Standort wird vom Zulieferer Foxconn betrieben. Dort arbeiten zwischen 200.000 und 300.000 Menschen.

Produktion so schnell wie möglich hochfahren

Wie groß der Corona-Ausbruch an dem Produktionsstandort im zentralchinesischen Landesteil Henan ist, ist unklar. Der taiwanische Konzern Foxconn, der auch für andere Marken Elektronikprodukte herstellt, will die Produktion in Zhengzhou so schnell wie möglich wieder in vollem Umfang hochfahren. Man arbeite mit der Regierung zusammen, um die Pandemie einzudämmen, teilte das Unternehmen mit.

Wegen der strikten Null-Covid-Strategie in China hatten die Behörden vergangene Woche einen siebentägigen Lockdown des Industrieparks angeordnet, in dem Foxconn angesiedelt ist.

Arbeiter offenbar geflohen

Zuvor gab es Berichte von Arbeitern, die wegen eines Corona-Ausbruchs in ihren Schlafsälen eingesperrt waren und zu wenig zu essen bekamen. Auch die medizinische Versorgung soll schlecht gewesen sein. Im Internet verbreiteten sich Videos, auf denen zu sehen war, wie Hunderte Menschen versuchten zu fliehen.

Die chinesische Staats- und Parteiführung hält nach wie vor an einem strikten Null-Covid-Kurs fest und geht gegen kleinste Ausbrüche mit harten Maßnahmen vor: Lockdowns, Reiseverbote, Zentral-Quarantäne und Massentests. Die Wirtschaft steckt deswegen massiv in der Krise. Zuletzt sind die Neuinfektionen stark angestiegen. Mit landesweit 5500 Fällen sind die Zahlen so hoch wie seit einem halben Jahr nicht mehr.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. November 2022 um 07:12 Uhr.