Ein Schiff fährt durch den Containerhafen in New Jersey. | Bildquelle: REUTERS

IWF zu globaler Rezession "Wesentlich schlimmer als Finanzkrise"

Stand: 14.04.2020 16:22 Uhr

Die Welt steht wegen der Corona-Pandemie laut IWF vor einer epochalen Rezession. Auch für Deutschland und die Eurozone ist die Prognose für dieses Jahr düster. 2021 gibt es aber zumindest Hoffnung auf eine Erholung.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit der schwersten globalen Rezession seit fast hundert Jahren. Die Wirtschaftsleistung könnte um drei Prozent schrumpfen, erklärte der IWF in seiner jüngsten Prognose zur globalen Konjunkturentwicklung.

"Die Welt hat sich in den vergangenen drei Monaten dramatisch verändert", sagte IWF-Chefökonomin Gita Gopinath zum neuen Weltwirtschaftsausblick. Der prognostizierte Wirtschaftseinbruch werde "die schlimmste Rezession seit der Großen Depression sein und wesentlich schlimmer als die globale Finanzkrise von 2008 bis 2009", so Gopinath.

Im Januar hatte der IWF für 2020 noch ein weltweites Wachstum von 3,3 Prozent prognostiziert.

Prognose für Europa und die USA

In Deutschland wird die Wirtschaft dem IWF zufolge im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent schrumpfen, in Italien sogar um 9,1 Prozent.

In der Eurozone werde die Wirtschaftsleistung demnach um 7,5 Prozent schrumpfen. Auch für die Eurozone hatte der IWF im Januar noch für das Jahr 2020 ein Wachstum von 1,3 Prozent prognostiziert. Für 2021 rechnet der IWF für die 19 Länder der Eurozone jedoch mit einer Erholung und einem Wirtschaftswachstum von 4,7 Prozent - vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden im zweiten Quartal 2020 unter Kontrolle gebracht.

Für die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, sagt der IWF für 2020 ein Schrumpfen des Bruttoninlandsproduktes um 5,9 Prozent voraus. Für 2021 wird dort dann wiederum ein Wachstum von 4,7 Prozent erwartet.

Möglicherweise bessere Aussichten für 2021

Positiv wertete der IWF die schnellen und umfangreichen Rettungsprogramme zahlreicher Regierungen, die sich auf mehrere Billionen Dollar summieren. Dazu kämen die Hilfen der Notenbanken rund um den Globus. Gopinath sagte, die wirtschaftlichen Verluste durch die Pandemie dürften sich 2020 und 2021 zusammen auf rund neun Billionen Dollar summieren - mehr als die Volkswirtschaften von Deutschland und Japan gemeinsam ausmachen.

Für das kommende Jahr erwartet der IWF eine kräftige Erholung, räumt aber ein, dass diese Schätzung in erster Linie von der Dauer der Pandemie abhänge. Die Prognosen seien noch mit "extremer Unsicherheit" behaftet, warnte der IWF.

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Für 2021 prognostizierte der IWF eine Erholung um 5,8 Prozent, sieht diese jedoch mit Unsicherheiten behaftet.

Wahrscheinlich werde der Höhepunkt der Krise im Laufe des zweiten Quartals 2020 erreicht und dann eine allmähliche Erholung im zweiten Halbjahr einsetzen. Wenn es gelänge, die Pandemie einzudämmen und die wirtschaftliche Aktivität nach und nach wieder hochzufahren, könnte die Weltwirtschaft im Jahr 2021 wieder ein Wachstum von 5,8 Prozent verzeichnen, heißt es in der Prognose. Trotzdem werde die Verschuldung deutlich anziehen.

IWF stellt Weltwirtschaftsbericht vor
Arthur Landwehr, ARD Washington
14.04.2020 16:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. April 2020 um 16:15 Uhr.

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