Ein Angestellter mit Mundschutz verrichtet seine Arbeit im Werk eines Herstellers von leichten Nutzfahrzeugen und Wohnmobilen in Atessa (Italien) | Bildquelle: dpa

Deutsche Industrie Aufträge erholen sich unerwartet stark

Stand: 06.08.2020 09:29 Uhr

Die Auftragsbücher der deutschen Industrie füllen sich wieder: Die Bestellungen stiegen im Juni um 27,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten mit einem deutlich kleineren Plus gerechnet.

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie hat sich nach dem Einbruch in der Corona-Krise im Juni unerwartet stark erholt. Die Bestellungen stiegen um 27,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im Mai hatte es bereits ein Plus von 10,4 Prozent gegeben. Im März und April waren die Bestellungen eingebrochen, als in zahlreichen Industriestaaten die Wirtschaft im Kampf gegen die Corona-Pandemie größtenteils heruntergefahren wurde.

Analysten erwarteten kleineres Plus

Analysten hatten zwar im Schnitt einen kräftigen Anstieg im Monatsvergleich erwartet, waren aber nur von einem Zuwachs um 10,1 Prozent ausgegangen. Wie stark sich die Corona-Krise aber nach wie vor auf den Auftragseingang auswirkt, zeigt der Blick auf den Jahresvergleich: Demnach lagen die Bestellungen immer noch 11,3 Prozent unter dem Niveau von Juni 2019.

Die Aufträge aus dem Inland stiegen im Juni den Angaben zufolge um 35,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 22 Prozent. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Euro-Zone um 22,3 Prozent zu. Die Bestellungen aus dem restlichen Ausland stiegen um 21,7 Prozent.

"Großer Schritt voran"

Das Bundeswirtschaftsministerium sah in den Zahlen einen "großen Schritt voran" für das verarbeitende Gewerbe. Die Auftragseingänge hätten bereits wieder ein Niveau von 90,7 Prozent der Bestellungen vor Ausbruch der Pandemie im vierten Quartal 2019 erreicht.

"Allerdings hinken die Aufträge aus dem Ausland der Entwicklung im Inland hinterher", erklärte das Ministerium. "Dies zeigt auf, warum der weitere Erholungsprozess langsamer voranschreiten wird."

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 06. August 2020 um 11:40 Uhr.

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