Ein Stift liegt auf einem Antragsformular zur Corona Soforthilfe des Bundes.

Abschlagszahlungen gestoppt Betrugsverdacht bei Corona-Hilfen

Stand: 09.03.2021 19:07 Uhr

Die Bundesregierung hat wegen Betrugshinweisen die Auszahlung von Corona-Hilfen gestoppt. Unbekannte hätten unter falschen Identitäten mutmaßlich Gelder erschlichen. Laut Medienbericht könnte ein Millionenschaden entstanden sein.

Wegen Betrugsverdachts bei den Corona-Staatshilfen für Unternehmen sind die Abschlagszahlungen vorübergehend gestoppt worden. Es bestehe "in einigen Fällen der Verdacht, dass unrechtmäßig staatliche Hilfsgelder erschlichen wurden", teilten Wirtschafts- und Finanzministerium auf einer Internetseite zu den unterschiedlichen Coronahilfen mit. Es handele sich um einige wenige Verdachtsfälle. "Die zuständigen Stellen haben bereits Ermittlungen aufgenommen", hieß es weiter. Zur Höhe des mutmaßlichen Schadens ist bislang nichts bekannt.

Die vorübergehende Aussetzung der Zahlungen sei vor allem als Vorsichtsmaßnahme zu verstehen, in Kürze sollten sie wieder aufgenommen werden, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst hatte der "Business Insider" über den Verdacht des Betrugs in Millionenhöhe berichtet.

Mit falschen Identitäten registriert

Nach Informationen von "Business Insider" sollen sich Unbekannte mit falschen Identitäten beim Wirtschaftsministerium als prüfende Dritte registriert und dann für echte Unternehmen Hilfen beantragt haben. Das Geld sei jedoch nicht dorthin geflossen, sondern auf Konten der Betrüger. Betroffen seien demnach mehrere Hilfsprogramme für Selbstständige und Unternehmen: die November- und Dezember-Hilfe sowie die Überbrückungshilfen.

Seit Beginn der Coronakrise wurden nach Angaben des Ministeriums bereits mehr als 86 Milliarden Euro Staatshilfen für die Wirtschaft bewilligt. Allein für die sogenannte Überbrückungshilfe III, die seit dem 10. Februar beantragt werden kann, wurden demnach Abschlagszahlungen in einer Höhe von mehr als 650,7 Millionen Euro ausgezahlt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. März 2021 um 20:00 Uhr.