Ein Schild mit der Aufschrift "Wegen Lockdown geschlossen" hängt in einem Geschäft in Köln | AFP

Corona-Krise Dezemberhilfe wird ausgezahlt

Stand: 01.02.2021 15:54 Uhr

Anfang Februar - und immer noch warten viele Unternehmen und Selbständige auf die Corona-Hilfen aus dem Dezember. Jetzt gibt das Wirtschaftsministerium den Startschuss: Die Länder können mit der regulären Auszahlung beginnen.

Nach wochenlangen Verzögerungen beginnt die Auszahlung der Dezemberhilfe für Unternehmen und Selbständige, die durch die Corona-Krise finanzielle Einbußen zu verzeichnen haben. Die technischen Voraussetzungen dafür stehen, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Damit könnten die Auszahlungen durch die Länder ab sofort beginnen.

Bis zu 75 Prozent des Umsatzes als Zuschuss

Seit Anfang Januar waren bereits Abschlagszahlungen geflossen - Unternehmen konnten also einen Vorschuss auf die späteren regulären Finanzhilfen bekommen. Außerdem wurden die sogenannten Novemberhilfen zuletzt an die Firmen ausgezahlt.

Die Dezemberhilfe richtet sich an Betriebe, Selbständige, Vereine oder Einrichtungen, die vom Lockdown in der Zeit vor Weihnachten bis zum Jahreswechsel besonders stark betroffen waren. Für die Schließungstage werden Zuschüsse von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahreszeitraum gewährt.

Grundsätzlich stellt der Bund die Mittel für die Hilfen zur Verfügung. Die Bundesländer sind für Antragsbearbeitung, Prüfung und Auszahlung zuständig.

Kritik wegen Verzögerungen

Die Antragsstellung für die Dezemberhilfe läuft seit dem 22. Dezember 2020. Seit dem 5. Januar werden Abschlagszahlungen überwiesen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums werden diese Abschlagszahlungen "stark in Anspruch genommen". Demnach flossen bislang bereits mehr als 1,56 Milliarden Euro. Insgesamt seien bei der November- und Dezemberhilfe bislang über 4,35 Milliarden Euro ausgezahlt worden.

Die Verzögerungen bei den Auszahlungen waren von den Betroffenen wiederholt kritisiert worden. Grund waren unter anderem Softwareprobleme: Das Computerprogramm, das zur Auszahlung der Hilfen nötig ist, stellte der Bund den Ländern nach Angaben des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministers Volker Wissing erst am 20. Dezember zur Verfügung, sodass erst zu diesem Zeitpunkt mit der Bearbeitung von Anträgen begonnen werden konnte.

Laut Bundeswirtschaftsministerium sind seit Beginn der Corona-Krise insgesamt bereits rund 80 Milliarden Euro an Hilfen für die Wirtschaft bewilligt worden. Hinzu kommt das Kurzarbeitergeld im Umfang von rund 23 Milliarden Euro.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. Februar 2021 um 14:09 Uhr.

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KOMMENTARE

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Kaneel 01.02.2021 • 23:45 Uhr

23:06 von Schweriner1965 21:00 von Kaneel

...........Kann es sein, dass manche Foristen etwas fernab der Lebensrealität hier fordern?...... Das sind Leute, die schon vor Corona in einem persönlichen Lockdown gelebt haben, warum auch immer. Da mögen Sie wohl recht haben. Aber die ersten die schreien, wenn sie im Krankenhaus nicht behandelt werden können, weil die Hälfte der Krankenschwestern nicht da sind, da ja kein ÖPNV. Oder wenn der Supermarkt, Bäcker oder Fleischer nicht mehr öffnet bzw. die Lieferungen nicht mehr ins Regal einsortiert werden können. Vielleicht ist es ja wirklich schwieriger für manche über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken als ich mir das vorzustellen vermag.