Das Logo von Thomas Cook in Frankfurt am Main | Bildquelle: dpa

Namensverkauf nach Insolvenz Thomas Cook ist jetzt chinesisch

Stand: 01.11.2019 20:40 Uhr

Er war bereits Miteigentümer von Thomas Cook, jetzt kauft der chinesische Mischkonzern Fosun die Namensrechte des britischen Tourismusanbieters. Wenigstens den. Denn eigentlich hatte der Konzern noch viel mehr vor.

Der chinesische Mischkonzern Fosun aus Shanghai nutzt künftig den Namen Thomas Cook für seine Tourismus-Angebote. Die Tochter Fosun Tourism erwarb die Namensrechte für rund 12 Millionen Euro vom insolventen britischen Tourismuskonzern. Neben dem Namen Thomas Cook erwarben die Chinesen auch die der Hotelketten Casa Cook und Cook's Club.

"Der Erwerb der Marke Thomas Cook erlaubt es der Gruppe, ihre Tourismusgeschäfte auszubauen", sagte der Chef von Fosun Tourism, Qian Jiannong. Fosun setzte auf die breite Bekanntheit des Namens. China gilt als Boom-Markt im internationalen Tourismus.

Eigentlich viel größere Pläne

Ursprünglich hatte Fosun Thomas Cook sogar ganz übernehmen wollen. Als größter Miteigentümer hatte man kurz vor dem Zusammenbruch von Thomas Cook 450 Millionen Pfund für die Mehrheitsanteile der Hotelkette und für 25 Prozent der Fluglinie geboten. Doch der Deal war nicht mehr zustande gekommen.

Nach der Pleite des Mutterkonzerns mussten auch die deutschen Töchter Insolvenz anmelden, darunter Neckermann, Öger Tours und Bucher Reisen.

Condor fliegt mit Schutzschirm

Die deutsche Fluglinie Condor war ebenfalls in Schwierigkeiten geraten. Die Gesellschaft mit 58 Flugzeugen und rund 4900 Mitarbeitern ist ein wichtiger Partner verschiedener Reiseveranstalter. In einem so genannten Schutzschirmverfahren ist sie aus dem Konzern herausgelöst worden und sucht nun unter Aufsicht eines Sachwalters nach neuen Investoren. Zur Überbrückung des Winters hat die Gesellschaft einen staatlichen Kredit über 380 Millionen Euro erhalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. November 2019 um 09:00 Uhr.

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