Commerzbank

Bericht über Folgen des Konzernumbaus 9000 Stellen bei Commerzbank in Gefahr

Stand: 27.09.2016 08:52 Uhr

Auf die Commerzbank kommen einschneidende Veränderungen zu - vor allem beim Personal. Offenbar sollen 9000 Stellen gestrichen werden, das ist fast jeder fünfte Arbeitsplatz. Die Umbaupläne von Konzernchef Zielke sehen aber auch Einschnitte für die Aktionäre vor.

Die Commerzbank will einem Zeitungsbericht zufolge in den nächsten Jahren fast jeden fünften der 50.000 Arbeitsplätze streichen. Wie das "Handelsblatt" berichtet, sind 9000 Stellen betroffen. Das sehe die Strategie des neuen Vorstandschefs Martin Zielke vor, über die der Aufsichtsrat in dieser Woche berät. Vor wenigen Tagen war noch von 5000 Stellen berichtet worden. Die Commerzbank wollte sich zum neusten Bericht nicht äußern.

Möglicherweise betriebsbedingte Kündigungen

Noch unklar sei, ob es dabei auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen werde, hieß es in dem Bericht. Zielke will die neue Strategie, die neben Einsparungen auch Investitionen in Digitalisierung und Wachstum vorsieht, am Freitag präsentieren. Im Kern sollen die Ressorts der Bank künftig auf zwei Säulen stehen: eine Sparte für Firmenkunden und eine für Privatkunden.

Martin Zielke (Archivbild)
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Commerzbank-Chef Martin Zielke will seine Umbaupläne noch diese Woche dem Aufsichtsrat präsentieren.

Anteilseigner wie der Bund müssen Verzicht üben

Der Umbau der zweitgrößten deutschen Bank werde bis 2020 dauern und bis zu eine Milliarde Euro an Restrukturierungskosten verursachen, berichtete die Zeitung. Auch die Anteilseigner der Commerzbank, allen voran der Bund, müssen dafür Verzicht leisten: Die Dividende für 2016 soll gestrichen werden. Für das vergangene Jahr hatte die Bank - erstmals nach sieben Jahren - 20 Cent je Aktie gezahlt. So viel sollten es eigentlich auch in diesem Jahr werden. Anfang August hatte die Commerzbank dann aber bekanntgegeben, dass sie in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang rechne. Im vergangenen Jahr noch hatte das Geldinstitut seinen Gewinn auf 1,06 Milliarden Euro vervierfacht.

Hilfe von McKinsey bei der Umstrukturierung

Das Konzept, das in den vergangenen Monaten mit Hilfe der Unternehmensberater von McKinsey erarbeitet wurde, war am Wochenende an die Mitglieder des Aufsichtsrats verschickt worden. "Der Stellenabbau fällt deutlich größer aus als zu erwarten war", sagte eine mit den Inhalten des Strategiepapiers vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters, ohne Zahlen zu nennen. Arbeitnehmervertreter kündigten bereits Widerstand an.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. September 2016 um 10:40 Uhr.

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