Die Zentralen von Deutscher Bank und Commerzbank in Frankfurt | Bildquelle: dpa

Commerzbank und Deutsche Bank Beginnt die Suche nach neuen Partnern?

Stand: 25.04.2019 16:13 Uhr

Deutsche Bank und Commerzbank kommen nicht zusammen. Das freut viele Finanzexperten. Das Thema Fusion ist aber nicht vom Tisch - schon wird über andere Partner spekuliert.

Von Konrad Busen ARD-Studio Frankfurt

Freunde hatte die Idee von der Fusion an der Börse und am Finanzplatz Frankfurt wenige. Oliver Roth etwa, Chef-Aktienhändler bei Oddo Seydler, wurde in den letzten Wochen nicht müde zu betonen:

"Auf keinen Fall zusammen gehen, das ist meine feste Überzeugung. Das macht wenig Sinn, weder für den Finanzplatz, noch für die Mitarbeiter, langfristig auch nicht für die Aktionäre."

Die Aktienkurse beider Banken drückten in den letzten Wochen auch aus, dass die Anleger nicht überzeugt waren. Der Kurs der Commerzbank legte zwar ein bisschen zu, nachdem offiziell wurde, dass beide Banken miteinander reden. Der Aktienkurs der Deutschen Bank aber dümpelt seit Wochen nur vor sich hin.

"Wirtschaftlich vernünftig"

Nun also die Absage: "Es ist ein wirtschaftlich vernünftiger Schritt, zu sagen, man beendet diese ganze Geschichte", sagte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz: "Ich habe nie verstanden, wieso die Politik - allen voran der Bundesfinanzminister - gesagt hat, wir brauchen einen deutschen Champion, damit die deutsche Industrie bei ihren Investitionsvorhaben gut begleitet wird."

Das könne die Deutsche Bank auch ohne Fusion mit der Commerzbank, meint Nieding:

"Der nationale Champion wäre ja auch kein internationaler Champion gewesen. Insofern bin ich ganz froh. Es gibt ja diverse Optionen für beide Banken, beispielsweise sich innereuropäisch einen anderen Partner zu suchen, und ich glaube, das ist auch der richtige Schritt."

Eine Frage von Zeit und Geld

Eine Fusion wäre viel zu komplex geworden, angeblich haben gerade in den vergangenen Tagen auch Großaktionäre der Deutschen Bank davor gewarnt. Darunter der Finanzinvestor Blackrock, das Emirat Katar und der chinesische Konzern HNA. Sie fürchteten eine mögliche Kapitalerhöhung, also, dass sie Geld nachschießen müssen, um ihren Einfluss zu erhalten.

Robert Halver von der Baader Bank erklärt, warum eine Fusion viel zu komplex gewesen wäre: "Wenn man fusionieren sollte, dann sind beide Häuser, ich sag' mal, zwei Jahre mit sich selbst beschäftigt."

Markus Gürne, HR, zur gescheiterten Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank
tagesthemen 22:15 Uhr, 25.04.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Drohender Kundenschwund

Große Geschäftskunden beider Banken sollen bei den Bankchefs Christian Sewing und Martin Zielke vorgesprochen haben. Auch sie waren wohl eher skeptisch.

Dieter Hein, Bankanalyst von "Fairresearch" warnte sogar vor Kundenschwund:

"Es gibt ja etliche Kunden, die sich bewusst für die eine oder andere Bank entscheiden, oder aber Konten bei beiden haben. Und wenn die Institute zusammengehen würden, würden sicher auch Kunden das kombinierte Unternehmen verlassen."

Mögliche Fusionskandidaten

Was passiert jetzt? Die Börse wäre nicht die Börse, wenn nicht sofort neue Spekulationen auf den Tisch kämen. "Für die Commerzbank sehe ich durchaus Unicredit als interessanten Ansprechpartner. ING und Coba sind genauso denkbar, BNP Paribas ist auch ein weiterer Spieler. Das wird interessant, zu sehen, wen sich die Commerzbank letztendlich einverleibt", sagt Nieding.

Und bei der Deutschen Bank? Nieding glaubt nicht an eine große Fusion in kurzfristiger Zeit. "Was wir sehen werden sind vielleicht Fusionen innerhalb der Gesamtbank, zum Beispiel mit DWS, die ja heftig umworben wird. Das sehe ich eher kurzfristig."

Die Schweizer UBS soll mit der Deutschen Bank darüber reden, die eigene Vermögensverwaltung mit der Deutsche-Bank-Tochter DWS zu verbinden.

Kurstreibend sind solche Spekulationen zur Zeit aber nicht. Der Aktienkurs der Deutschen Bank schoss zwar erst einmal nach oben, Stunden später aber stehen beide Aktien deutlich im Minus.

Bankenfusion gescheitert
Konrad Busen, HR
25.04.2019 15:45 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. April 2019 um 17:41 Uhr.

Darstellung: