Flugzeug am Himmel mit Kondensstreifen | Bildquelle: dpa

Naturschützer zu Kerosinsteuer Verträglich für Umwelt und Wirtschaft

Stand: 13.05.2019 18:16 Uhr

Flugbenzin ist steuerfrei. Würde man das ändern, könnte man massiv CO2 einsparen, sagen Umweltschützer unter Berufung auf eine unveröffentlichte EU-Studie. Der Wirtschaft würde das nicht schaden.

Eine europäische Steuer auf Flugbenzin könnte helfen, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid massiv zu senken. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie der EU-Kommission hervor, aus der der Umweltverband "Transport and Environment" zitiert.

Danach könnten jährlich 16,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, wenn Kerosin stärker besteuert würde. Das entspräche einer Reduzierung des Treibhausgasausstoßes in der Luftfahrt um elf Prozent. Umgerechnet auf den Straßenverkehr hätte die Einsparung dasselbe Volumen wie der Ausstoß von acht Millionen Autos auf Europas Straßen.

Teurere Tickets, höhere Einnahmen

Die Folge laut dem Umweltschutzverband: Flugtickets würden um ca. zehn Prozent teurer, und dadurch würden weniger Menschen das Flugzeug nehmen. Zwar hätte dies für die Luftfahrtbranche einen Einbruch der Wertschöpfung um elf Prozent zur Folge, was ebenfalls elf Prozent der Jobs kosten könnte. Unterm Strich aber würde eine Kerosinsteuer der Wirtschaft und den Beschäftigten nicht schaden, weil zusätzliche Einnahmen in Höhe von fast 27 Milliarden Euro die negativen Effekte vollständig wettmachten.

Die EU-Kommission bestätigte, die Studie in Auftrag gegeben zu haben, wollte sich zu den Inhalten aber noch nicht äußern. Ein Bericht dazu werde zurzeit fertiggestellt, hieß es aus Brüssel.

Manfred Weber und Frans Timmermans in der ARD-Wahlarena | Bildquelle: AFP
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Die Spitzenkandidaten für die Europawahl, Manfred Weber und Frans Timmermans, werben beide für eine Kerosinsteuer.

Steuerbefreiung für Kerosin vor dem Aus?

Die Anzahl der Flugreisen steigt seit Jahren, und damit auch der CO2-Ausstoß von Flugzeugen. Kerosin ist bislang steuerfrei. Umweltverbände fordern seit Langem, dies zu ändern. Vergangene Woche kam dazu Unterstützung von den beiden Spitzenkandidaten für die Europawahl: Sowohl der CSU-Politiker Manfred Weber, der für die EVP kandidiert, als auch der niederländische Sozialdemokrat Frans Timmermans schlossen sich dem Appell der Umweltschützer in ihrem Fernsehduell an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Mai 2019 um 17:01 Uhr.

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