Importe wachsen stärker als Exporte China senkt Außenhandelsüberschuss

Stand: 10.01.2011 10:55 Uhr

Chinesische Frachtcontainer
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Chinas Importe wuchsen 2010 um mehr als ein Drittel.

Exportweltmeister China hat im vergangenen Jahr seinen Außenhandelsüberschuss deutlich abgebaut. Nach Angaben der Zollbehörden steigerte die Volksrepublik ihre Importe gegenüber 2009 um 38,7 Prozent auf 1,39 Billionen US-Dollar. Die Einfuhren nahmen dadurch deutlich stärker zu als die Ausfuhren.

China exportierte 2010 Waren um Wert von 1,58 Billionen US-Dollar und damit 31,3 Prozent mehr als im Jahr davor. Unter dem Strich ergab sich den Angaben zufolge ein Außenhandelsüberschuss von 183,1 Milliarden Dollar. Das entsprach 6,2 Prozent des gesamten Außenhandels - nach 8,9 Prozent im Jahr 2009 und 11,6 Prozent 2008. Die Zollverwaltung wertete die Zahlen als Hinweis darauf, dass sich der chinesische Handel "auf eine ausgeglichene Struktur zubewegt".

Außenhandelsüberschuss bleibt Streitthema

Der hohe Außenhandelsüberschuss Chinas ist immer wieder ein Streitthema vor allem in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Die USA werfen China vor, ihre Landeswährung künstlich niedrig zu halten und seinen Exporteuren auf diese Weise Vorteile auf dem Weltmarkt zu verschaffen. US-Politiker forderten daher wiederholt eine Aufwertung des Yuan. Das Thema wird auch in der kommenden Woche eine Rolle spielen, wenn Chinas Staatschef Hu Jintao zu Gesprächen nach Washington reist.

Die chinesische Zentralbank hatte in der vergangenen Woche erklärt, sie wolle die Landeswährung "flexibler machen". Unter dem internationalen Druck war diese im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent aufgewertet worden. Laut Berichten chinesischer Medien soll in diesem Jahr eine weitere Aufwertung um fünf Prozent zugelassen werden. Chinesische Politiker dürften die jüngsten Außenhandelsdaten zugleich als Bestätigung dafür sehen, dass das Land beim Umbau der Wirtschaft hin zu mehr Konsum und Binnenwachstum vorankommt und so die Abhängigkeit von den Ausfuhren reduziert.

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