Für den Export vorgesehene Stahlröhren im Hafen von Lianyungang | Bildquelle: REUTERS

China und die US-Zölle Noch hofft Peking auf Einsicht

Stand: 30.04.2018 07:28 Uhr

Während die EU zunächst von den neuen US-Zöllen ausgenommen wurde, müssen chinesische Firmen sie schon zahlen. Doch auch in China hofft man noch auf ein US-Einlenken.

Markus Pfalzgraf, ARD-Studio Shanghai

Eigentlich wolle China keinen Handelsstreit, lautet die offizielle Haltung in Peking. Schon bald nach der Ankündigung aus Washington sagte aber Chinas Botschafter in den USA, Cui Tiankai, im staatlichen chinesischen Auslandssender: "Wenn uns jemand einen Handelskrieg aufzwingt, werden wir bis zum Ende kämpfen."

Grundsätzlich wolle China aber die Zusammenarbeit mit den USA weiter ausbauen, mögliche Meinungsverschiedenheiten konstruktiv angehen "und Win-Win-Situationen schaffen". Seine Regierung hoffe, dass die US-Seite das genauso sehe.

Sprecher verschiedener Ministerien in Peking forderten die USA auf, die "wirtschaftliche Einschüchterung zu beenden" und beschwerten sich, dass die USA nicht auf Gesprächsangebote Chinas eingegangen seien.

Autoindustrie mit Sorgen

Die höheren Zölle der USA auf Aluminium und Stahl, aber vor allem auf Elektroautos, könnten zum Beispiel die chinesische Autoindustrie treffen. Derzeit läuft in Peking die wichtigste Messe der Branche. Dort fürchtet man um den angestrebten Markteintritt chinesischer Hersteller in den USA.

Der Chef von GAC, des größten Autobauers in Südchina, Feng Xingya, sagte im staatlichen Sender CGTN, die Entscheidung der Trump-Administration werde "große Auswirkungen" haben. Wenn die Zölle um 21 Prozent erhöht würden, würden auch die Preise um mehr als 21 Prozent steigen - "selbst wenn wir vorsichtig rechnen". Sein Unternehmen müsse folglich bei höheren Zöllen seine Wettbewerbsfähigkeit und das Gewinnpotenzial prüfen.

Konzeptmodell der chinesischen Automarke GAC auf der Automesse Peking | Bildquelle: REUTERS
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Mit Modellen wie diesen zeigt der chinesische Autohersteller GAC seine Ambitionen - auch mit Blick auf die USA?

China öffnet sich behutsam

Nachdem erst davon die Rede war, China könnte selber mit Zöllen auf Autos zurückschlagen, erhob es erst nur auf Nahrungsmittel aus den USA höhere Abgaben. Und dann, vielleicht etwas überraschend, senkte China seinerseits die Zölle auf Autos. Das wird von Beobachtern aber als Teil einer gesamtwirtschaftlichen Öffnung gesehen.

Experten meinen, die US-Zölle könnten auch der Wirtschaft in den USA selbst schaden. Zumindest dürfte es am Ende keine Gewinner geben, meint der Leiter der US-Handelskammer in Shanghai, Kenneth Jarrett. Chinas Wirtschaft, seine Lieferketten seien sehr stark in die US-Wirtschaft integriert, beide Seiten seien stark miteinander verwoben. "Und egal, was einige aus reinen Statistiken und Zahlen ableiten wollen: Ein Handelskrieg wäre für beide Völker schmerzhaft, und daran kann keiner ein Interesse haben.“

Und plötzlich gibt es auch aus den USA Signale einer Entspannung. Die chinesische Regierung wäre jedenfalls bereit, zu verhandeln.

Wie China mit US-Strafzöllen umgeht
Markus Pfalzgraf, ARD Shanghai
30.04.2018 07:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. April 2018 um 6:15 Uhr.

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