Containerhafen in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. | Bildquelle: REUTERS

Verlangsamtes Wachstum China senkt Zölle auf 850 Produkte

Stand: 23.12.2019 08:48 Uhr

Der Zollstreit mit den USA hat auch für Chinas Wachstum negative Folgen. Um den Handel in Schwung zu bringen, senkt das Land die Zölle auf 850 Waren. Zudem verspricht Peking eine weitere Öffnung seines Marktes.

China senkt die Zölle für Importe im Wert von einigen hundert Milliarden Euro. Wie der Staatsrat in Peking erklärte, werden Einfuhrabgaben auf mehr als 850 Güter verringert. Der Schritt hat mit dem laufenden Handelskrieg zwischen China und den USA nichts zu tun, unterstützt aber das Argument der Regierung in Peking, dass sich die chinesische Wirtschaft weiter öffnet.

Verbraucher entlasten

Die Zollsenkungen betreffen Importe, die nach Berechnungen der Finanzagentur Bloomberg 2018 ein Volumen von 389 Milliarden US-Dollar erreicht haben. Sie sollen nicht nur die Verbraucher entlasten und die heimische Nachfrage ankurbeln, sondern auch die Entwicklung der High-Tech-Industrie fördern.

Die Maßnahmen sollen vom 1. Januar an unter anderem die Kosten für den Import von Konsumgütern, High-Tech-Teilen, speziellen Medikamenten sowie gefrorenem Schweinefleisch reduzieren.

Schweinefleisch
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Der Preis für Schweinefleisch in China hat sich bereits verdoppelt und ist ein starker Inflationstreiber geworden.

Wegen der seit mehr als einem Jahr grassierenden afrikanischen Schweinepest muss China dringend mehr Schweinefleisch aus dem Ausland importieren. Nach Schätzungen ist rund die Hälfte des Tierbestandes durch das für den Menschen ungefährliche Virus dahingerafft worden. Der Preis für Schweinefleisch hat sich bereits verdoppelt und ist ein starker Inflationstreiber geworden.

China ist der größte Konsument und Produzent von Schweinefleisch weltweit. Die starke Nachfrage lässt auch in Deutschland die Fleischpreise steigen.

Wachstum so langsam wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Unter dem Druck des Handelskrieges mit den USA ist Chinas Wirtschaft im auslaufenden Jahr mit gut sechs Prozent so langsam wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr gewachsen. Nach der Vorgabe von 6,0 bis 6,5 Prozent Wachstum für 2019 erwarten Experten, dass die Regierung für das neue Jahr nur noch "rund 6 Prozent" als Ziel festlegen wird.

Um die Wirtschaft wiederzubeleben, hat die chinesische Regierung eine weitere Öffnung des Marktes für Öl, Telekommunikation und Strom angekündigt. Private Firmen sollten mehr Zugang erhalten, hieß es in einer Mitteilung der Regierung in Peking. Auch in anderen Industrien sollten private Firmen wie staatliche behandelt werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Dezember 2019 um 10:00 Uhr.

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