Schleich-Figuren | Bildquelle: imago/ZUMA Press

Kritik an Spielzeugproduktion Weihnachtsboom auf Kosten der Arbeiter?

Stand: 07.12.2018 09:40 Uhr

Schleich-Tiere oder Feuerwehrmann Sam gehören zu den Favoriten in deutschen Kinderzimmern. Doch Arbeitsrechtsorganisationen kritisieren: Chinesische Arbeiter müssen sie oft unter schlimmen Bedingungen herstellen.

Spielzeug aus China wird häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt. Zu diesem Ergebnis kommt die verdeckt geführte Untersuchung "Toys Report 2018" der Arbeitsrechtsorganisationen "China Labor Watch" und "Christliche Initiative Romero".

In den vier untersuchten Spielzeugfabriken werden laut der Studie auch Spielsachen im Auftrag der namhaften deutschen Hersteller Simba Dickie, Schleich und Ravensburger produziert. Die Herstellung beliebter Spielsachen wie die Figur des Feuerwehrmanns Sam oder Schleich-Tiere führe bei chinesischen Arbeitskräften zu Erschöpfung am Fließband.

Monatlich bis zu 175 Überstunden

In der Produktion für das Weihnachtsgeschäft leisten die Arbeitskräfte in den untersuchten Fabriken laut der Recherche 80 bis 175 Überstunden pro Monat, was ein klarer Rechtsverstoß sei. Der Umgang mit gefährlichen Chemikalien, Niedriglöhne und unhygienische, beengte Zustände in den Fabrikunterkünften gehörten ebenfalls zum Alltag.

Die Spielzeugunternehmen müssten endlich Verantwortung für die Zustände in ihren Zulieferfabriken übernehmen, forderten "China Labor Watch" und "Christliche Initiative Romero". Damit sich die Bedingungen langfristig verbessern, müssten die Hersteller ihre Einkaufspraxis umstellen und sich transparent und unabhängig kontrollieren lassen. Während sich der Großteil der Spielzeugbranche "im arbeitsrechtlichen Tiefschlaf" befinde, zeigten einige Unternehmen endlich die Bereitschaft, sich auf den Weg zu machen.

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