Blick auf einen Tresen von Luckin Coffee | Bildquelle: imago/Kyodo News

Börsengang von Luckin Coffee Chinas Angriff auf Starbucks

Stand: 17.05.2019 11:33 Uhr

Das chinesische Kaffee-Startup Luckin Coffee geht an die Börse. Besonderheit: Bestellt und bezahlt wird per App. In China macht das Unternehmen damit dem US-Konzern Starbucks Konkurrenz.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Einige asiatische Wirtschaftsjournalisten sprechen bereits vom milliardenschweren "Krieg um Chinas Kaffee-Trinker". Ganz so martialisch ist es nicht, auch wächst Chinas Kaffee-Markt so schnell, dass hier viele Wettbewerber gutes Geld verdienen können. Doch klar ist: Das Aufkommen von Luckin Coffee vor knapp anderthalb Jahren hat die ohnehin noch sehr neue Kaffee-Kultur in China komplett auf den Kopf gestellt.

Das Konzept von Luckin Coffee - auf Chinesisch: Rui Xing Kafei (瑞幸咖啡) - ist schnell erklärt. Anders als bei der Konkurrenz von Costa oder Starbucks gibt es in den Filialen von Luckin keine Kasse: Alle Getränke müssen vorab per Smartphone bestellt und bezahlt werden. In einem der landesweit fast zweieinhalbtausend Läden wird der Kaffee fertig gemacht und dann für ein paar Cent auch geliefert: nach Hause oder ins Büro.

Ein Mann verlässt mit einer Tasche ein Luckin Coffee | Bildquelle: REUTERS
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In einem der landesweit fast zweieinhalbtausend Läden wird der Kaffee fertig gemacht und dann für ein paar Cent auch geliefert: nach Hause oder ins Büro.

Schwieriger Vergleich?

Die Shanghaier Unternehmensberaterin Ye Tan sagt deswegen: "Luckin oder Starbucks? Das kann man gar nicht vergleichen." Das Besondere an Luckins Konzept sei die Onlinebestellung und die Liefermöglichkeit. Die Analystin spricht von einer Kaffeekultur der Internet-Ära:

"Falls Luckin Coffee es wirklich auf Starbucks abgesehen hätte, bräuchten sie viel mehr Leute, eine ausgefeiltere Strategie und viel mehr Geld als jetzt. Denn offline Geschäfte zu machen - das kostet."

Konzept funktioniert in China

Online bestellen und liefern lassen: Dieses Konzept funktioniert in China perfekt. Denn erstens bestellen und bezahlen die Menschen hier ohnehin so gut wie alles online. Zweitens sind die Lohnkosten für Lieferanten noch relativ niedrig. In den Läden von Luckin arbeiten deutlich weniger Leute als etwa bei Starbucks.

Klar ist aber auch: Noch verdient Luckin kein Geld, im Gegenteil. Im zurückliegenden Quartal hat das Unternehmen gut 75 Millionen Euro Verlust gemacht. Trotzdem bewerten Analysten den Konzern mit rund zwei Milliarden Euro. Was ganz einfach daran liegt, dass es bei Luckin weniger um die Qualität des Kaffees geht - der kommt ohnehin nicht aus echten Maschinen, sondern aus Vollautomaten. Vielmehr sind es das Konzept, die Logistik und die Kundendaten, die Luckin wertvoll machen.

Börsengang Luckin Coffee: Chinas Angriff auf Starbucks
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
17.05.2019 10:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Mai 2019 um 15:41 Uhr.

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