CeBIT Eröffnung Merkel Abe Weil | Bildquelle: REUTERS

CeBIT in Hannover Merkel und Abe plädieren für Freihandel

Stand: 20.03.2017 09:42 Uhr

Mit Blick auf die US-Handelspolitik haben sich Kanzlerin Merkel und Japans Ministerpräsident Abe für die Verteidigung des Freihandels ausgesprochen. Ziel seien freie und offene Märkte, sagte Merkel bei der Eröffnung der CeBIT, deren Gastland in diesem Jahr Japan ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe haben sich für eine Verteidigung des Freihandels in der Welt ausgesprochen. Ziel seien freie und offene Märkte, sagte Merkel bei der Eröffnung der Computermesse CeBIT in Hannover. Sie verwies darauf, dass Japan und die EU derzeit ein Freihandelsabkommen aushandelten. In Zeiten, in denen viel über den Freihandel gestritten werde, sei es ein gutes Zeichen, dass Japan und Deutschland nicht stritten, sagte Merkel.

Sie äußerte sich nicht direkt zu US-Präsident Donald Trump, der Anhänger einer protektionistischen Wirtschaftspolitik ist. Beim G20-Finanzministertreffen in Baden-Baden hatten die USA am Samstag ein Bekenntnis gegen Protektionismus verhindert. Nach seiner Amtsübernahme hatte Trump das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP aufgekündigt und Deutschland und China für ihre Handelsüberschüsse kritisiert.

"Wirtschaft wächst in Verbundenheit"

Abe sagte, Japan wolle an der Seite Deutschlands weiterhin für offene Systeme eintreten. Wirtschaften würden durch Verbundenheit wachsen, sagte Abe. Es dürften aber keine Bedingungen geschaffen werden, unter denen Wohlstand nur unter wenigen verteilt werde. Abe rief zu einem schnellen Abschluss des Freihandelsabkommens mit der EU auf.

Merkel appellierte zudem, vom digitalen Wandel verunsicherte Menschen nicht zu vernachlässigen. Es gehe um "Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht wissen, was sie erwartet", so Merkel auf dem Messegelände in Hannover. Sie in das neue Zeitalter der Digitalisierung mitzunehmen, werde die Politik aber nicht allein schaffen, sagte sie an die Adresse der Industrie.

Langsames Europa

Europa sei allzu oft langsam bei der Digitalisierung, räumte Merkel ein. "28 Mitgliedstaaten müssen sich natürlich einbringen", erklärte sie. "Aber wir spüren, dass auf der Welt das Tempo hoch ist und mit Japan haben wir einen Freund, der sich dieses hohe Tempo zu Nutze macht."

Die fünftägige Messe präsentiert in diesem Jahr neue Technologien wie Roboter, künstliche Intelligenz oder Drohnen in konkreten Anwendungsbeispielen. Zu der fünftägigen Veranstaltung mit mehr als 3000 Ausstellern aus 70 Ländern werden rund 200.000 Besucher erwartet. Merkel und Abe starteten am Morgen ihren Rundgang auf der CeBIT.

Mehr zum Thema

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. März 2017 um 22:45 Uhr.

Darstellung: