Ein Azubi mit Schweißermaske arbeitet mit einem Schweißbrenner an einer Stahlwand. | Bildquelle: dpa

Beschluss des Bundestags Mindestens 515 Euro für Azubis

Stand: 24.10.2019 13:42 Uhr

Ausbildungsvergütungen unter 400 Euro sind in vielen Branchen und Regionen keine Seltenheit. Jetzt hat der Bundestag beschlossen, dass Azubis besser bezahlt werden müssen. Im ersten Lehrjahr muss es künftig mindestens 515 Euro geben.

Zehntausende Azubis sollen künftig besser bezahlt werden. Der Bundestag hat die Einführung eines Mindestlohns im kommenden Jahr beschlossen. Auszubildende im ersten Lehrjahr sollen dann mindestens 515 Euro im Monat bekommen.

Der Betrag wird in den folgenden Jahren schrittweise weiter erhöht - auf bis zu 620 Euro monatlich im ersten Lehrjahr. Auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt es mehr. Ab 2024 soll der Azubi-Mindestlohn dann automatisch mit der Entwicklung der Lehrlingsgehälter steigen.

Bundestag beschließt Mindestlohn für Azubis
tagesschau 17:00 Uhr, 24.10.2019, Martin Schmidt, ARD Berlin

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Die Bundesregierung will mit ihrem Gesetz die Berufsausbildung attraktiver machen und Abbrecherzahlen in der Ausbildung verringern. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte im Bundestag, die duale Ausbildung sei neben "Made in Germany" ein Markenzeichen Deutschlands. Erfolg sei aber kein Selbstläufer, sagte sie mit Verweis auf nicht besetzte Lehrstellen.

Viele Azubis verdienen weniger als 400 Euro

Von der geplanten Mindestvergütung könnten langfristig rechnerisch rund 115.000 junge Menschen profitieren. So viele Azubis verdienten jedenfalls nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Ende 2017 weniger als 500 Euro im Monat, viele davon sogar weniger als 400 Euro. In bestimmten Berufen wie dem Friseurhandwerk und vor allem im Osten bekommen Azubis bisher besonders wenig Geld.

Ausnahmen von der Mindestvergütung sind künftig dennoch möglich, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften für einzelne Branchen eigene Vereinbarungen treffen. Der Bundesrat muss der Reform noch zustimmen.

Steward-Auszubildende im Hamburger Yachthafen
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Vor allem im Gastgewerbe sind die Abbrecherquoten sehr hoch.

Bachelor und Master auch für Lehrberufe

Mit den Stimmen der Fraktionen von Union und SPD nahm der Bundestag abschließend das Gesetz zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung an, AfD und FDP stimmten dagegen, Linke und Grüne enthielten sich.

Künftig sollen die betrieblichen Lernmittel komplett vom Arbeitgeber bezahlt werden. Das Gesetz sieht auch die Einführung neuer Bezeichnungen für die berufliche Fortbildung vor, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der beruflichen Bildung zu sichern. Künftig soll es die Fortbildungsabschlüsse "geprüfte/r Berufsspezialist/in", "Bachelor Professional" und "Master Professional" geben. Zusätzlich soll noch mehr Azubis eine Ausbildung in Teilzeit ermöglicht werden.

Handelsverband warnt vor Mehrbelastung

Lob für die neuen Bezeichnungen kam vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Die Änderungen seien ein "starkes Signal für die Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Bildung". Auch das Handwerk sprach von "attraktiven und international verständlichen Fortbildungsstufenbezeichnungen".

Der Handelsverband warnte allerdings vor "Verwirrung" bei der Einführung der neuen Bezeichnungen sowie vor Mehrkosten für die Betriebe durch Freistellungen aller Auszubildenden an Berufsschultagen. Eine Mehrbelastung drohe auch durch die vorgesehenen bezahlten Freistellungen von Prüfern.

Gewerkschaften größtenteils zufrieden

Die Gewerkschaft IG BAU begrüßte die Mindestvergütung - diese sei allerdings noch "deutlich zu wenig". Hier müsse der Gesetzgeber nachlegen. Lob gab es für die garantierte Freistellung für die Berufsschule, die Lernmittelfreiheit und den beschlossenen bezahlten freien Tag vor der Abschlussprüfung.

Die Gewerkschaft NGG erklärte, sie erhoffe sich von diesen neuen Regeln insbesondere bei den "Berufen mit hohen Abbrecherquoten", also im Lebensmittelhandwerk und im Gastgewerbe, eine deutliche Verbesserung. Die Gewerkschaft lobte auch die Mindestausbildungsvergütung als "echten Fortschritt im Kampf gegen billige Ausbildung". Allerdings hätte sie noch höher ausfallen können, hieß es.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Oktober 2019 um 14:00 Uhr.

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